Demokratiepreis

Gute Ideen bekannt machen! Bewerbungs- und Vorschlagsrunde für Demokratiepreis 2016 eröffnet.

Demokratiepreis

Mit dem Thüringer Demokratiepreis werden gute Praxisbeispiele und innovative Ansätze in der Arbeit für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit ausgezeichnet. Mit der Auszeichnung ist es möglich, den langfristigen Einsatz und die gute, kreative Arbeit für Demokratie anzuerkennen. Die ausgezeichneten Projekte und/oder Personen können so ihre Ziele und Anliegen einer breiten Öffentlichkeit darstellen und somit hoffentlich noch mehr Thüringerinnen und Thüringer ermutigen, sich gegen Rechtsextremismus zu engagieren.

Die Auswahl der Preisträger erfolgt durch eine Jury unter Vorsitz von Frau Ministerin Klaubert. Für die Auswahl werden insbesondere folgende Kriterien zu Grunde gelegt:

  • Die Umsetzung von innovativen bzw. kreativen Ideen in der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus bzw. gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.
  • Besondere Erfolge, die in der Arbeit für eine demokratische und offene Alltagskultur erzielt wurden.
  • Die Arbeit von Personen oder Projekten, die sich in einem besonders schwierigen Umfeld gegen Rechtsextremismus engagieren.
  • Personen oder Projekte, die auf ein langjähriges kontinuierliches Engagement im Themenfeld verweisen können.

Die Hauptpreise sind mit jeweils 3.000, 2.000 bzw. 1.000 Euro dotiert. Zusätzlich gibt es vier Anerkennungspreise die mit je 500 Euro dotiert sind.

Preisträger Thüringer Demokratiepreis 2015

Hauptpreis

Der Hauptpreis wird 2015 an Filmpiratinnen und Filmpiraten e. V. vergeben. In dem Verein haben sich jungen Menschen organisiert, die seit über zehn Jahren Dokumentationen und Videobeiträge gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit für eine solidarische Gesellschaft erstellt und über die sozialen Netzwerke frei zugänglich im Internet veröffentlicht haben. Die Beiträge erreichen damit eine sehr große Breitenwirkung und unterstützen so die zivilgesellschaftlichen Akteure für eine weltoffene Gesellschaft auf eine innovative Weise.

Anerkennungspreise

Fahnen der Erinnerung
Das Projekt des Jugend für Dora e. V. zeigt, wie die Erinnerung an die zahlreichen Außenlager des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora mit einfachen Mitteln wachgehalten bzw. wieder ins Bewusstsein gebracht werden kann. An  rund 40 Orten wurden Fahnen aufgestellt und Informationsaufkleber angebracht, um auf die ehemaligen Außenstellen des Lagers hinzuweisen. Mit diesem ehrenamtlichen Projekt von Jugendlichen wurde im 70. Jahr nach der Befreiung Erinnerung auf vorbildliche Weise erlebbar gemacht.

Flüchtlingsrat Thüringen e. V.
Der Verein wird für seine langjährige Arbeit als Interessenvertretung für Flüchtlinge und die Durchführung unterschiedlichster Projekte zur Unterstützung von Flüchtlingen. Mit seiner Arbeit trägt der Flüchtlingsrat entscheidend dazu bei, dass sich in Thüringen an vielen Orten eine zivilgesellschaftliche Unterstützungsstruktur für Flüchtlinge bilden konnte und die Akteure in ihrem Eintreten für eine demokratische und solidarische Gesellschaft motiviert werden.

Bündnis NoSügida
Das Aktionsbündnis von Vereinen, Verbänden, Gewerkschaften, Kirchen und Parteien hat sich als Reaktion auf die Versuche von Rechtsextremen, einen Pegida-Ableger in Thüringen zu etablieren, gegründet. Innerhalb kürzester Zeit und unter keineswegs leichten Bedingungen wurden Kundgebungen organisiert und mit kreativen Aktionsformen gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit Position bezogen. Das Bündnis ist ein wichtiger Akteur für  eine Willkommenskultur in Thüringen.

Herr Christian Mende
Herr Mende wird für seinen langjährigen unermüdlichen Einsatz für die Etablierung eines Lokalen Aktionsplans – und damit eines kreisweiten Bündnisses für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit – im Landkreis Greiz ausgezeichnet. Mit dem Projekt „Vielfalt leben“ konnte er einen wichtigen Teilerfolg erzielen. Dies ermöglicht nun die Einrichtung einer kreisweiten Koordinierung der Akteure und die finanzielle Unterstützung vieler lokaler Initiativen.

Preisträger regionaler Demokratiepreis 2015

Regionaler Demokratiepreis

Region Mittelthüringen: Bündnis für einen toleranten Landkreis Sömmerda e.V.
Das langjährige Bündnis trat entschieden gegen den geplanten Thüringentag der nationalen Jugend 2014 in Sömmerda ein. Mit vielfältigen Aktionen unter dem Motto „Bunte Vielfalt statt braune Einfalt“ erreichten sie zahlreiche Bürgerinnen und Bürger des Landkreises, die am „Tag der Toleranz“ Gesicht zeigten für Demokratie und Weltoffenheit.

Region Nordthüringen: Offener Kanal Nordhausen e.V. für das Projekt Toleranz im Ohr
In Kooperation mit Studierenden der Fachhochschule Nordhausen hat sich das Radioprojekt intensiv mit den Themenfeldern Diskriminierung und Toleranz auseinandergesetzt. Entstanden sind insgesamt 10 Spots, mit Interviews in Schulen und auf den Straßen Nordhausens. Sie haben sich als fester Bestandteil im Programm des Bürgersenders etabliert und wurden als akustischer Stadtplan auf Youtube veröffentlicht.

Region Ostthüringen: Café International Eisenberg
Zahlreiche ehrenamtlich Tätige engagieren sich in Eisenberg für diesen „Raum für Alle“. Das Café International ist ein Ort der Begegnungen zwischen geflüchteten Menschen und interessierten Bürgerinnen und Bürgern in und um Eisenberg. Neben Raum für Gespräche werden hier konkrete Unterstützungsangebote für die Bewohner der Erstaufnahmestelle realisiert.

Region Südwestthüringen: Tiberanda – Kinderstadt Meiningen e.V.
Jedes Jahr erhalten 130 Kinder in Meiningen in 10 bis 15 verschiedenen Berufen die Möglichkeit ihre Stadt aktiv zu gestalten, Neues zu lernen und in Gemeinschaft mit Menschen unterschiedlichster regionaler oder sozialer Herkunft Erfahrungen zu sammeln. Der, während der Kinderstadt gegründete, Kinderstadtrat Tiberandas stärkt ein demokratisches Miteinander und setzt sich auch über das Projekt hinaus für die Interessen der Kinder ein. So wurde beispielsweise ein Stadtplan von und für Kinder konzipiert.

Preisträger Thüringer Demokratiepreis 2014

Hauptpreis

Für den Hauptpreis, der mit 2.000 Euro dotiert ist, wurde die „Ballstädter Allianz gegen Rechts“ ausgewählt. Das mutige Eintreten der Ballstädterinnen und Ballstädter gegen Rechtsextremismus, die sich trotz des brutalen Überfalls in der Nacht zum 9. Februar 2014 nicht in ihrem Engagement entmutigen lassen, hat die Jury überzeugt. Gleichzeitig soll dem Bündnis mit dem Preis noch einmal der Rücken für die weitere Arbeit gestärkt werden.

Der zweite Preis (1.000 Euro) geht an Herrn Besong Agbor für sein beispielhaftes Engagement in der Arbeit mit Migranten und für Flüchtlinge. Mit einer Vielzahl von Aktivitäten und Veranstaltungen versteht es Herr Agbor Orte der Begegnung und des Kennenlernens zwischen neuen und alten Einwohnern im Landkreis Greiz zu schaffen und somit zu gegenseitigem Verständnis und Respekt beizutragen.

Anerkennungspreise

Die Anerkennungspreise (je 500 Euro) erhalten mit dem Bündnis „Kirchheimer gegen Rechts“ und der Initiative „Rock für ein buntes Vogtland“ zwei langjährig zivilgesellschaftlich engagierte Bündnisse, die aufgrund ihrer kontinuierlichen und kreativen Arbeit in einem schwierigen Umfeld herausragen.

Preisträger regionaler Demokratiepreis 2014

Region Nordthüringen: 1. Eichsfelder Sportclub für das Projekt „Shred for tolerance“ und KIM e.V. für das Projekt „Starke Kinder durch Musik“
Die engagierte Arbeit mit und für Flüchtlinge und das gleichzeitige Eintreten für Toleranz und gegen Rechtsextremismus beider Projekte, haben die Jury überzeugt.

Region Mittelthüringen: Projektgruppe des DGB Bildungswerkes Thüringen e.V. für „Erfurt im Nationalsozialismus“ und Gerberstraße 1 e. V. für das Projekt „Gedenkweg Buchenwaldbahn“
Die langjährige, ehrenamtlich organisierte Erinnerungsarbeit an die Zeit des Faschismus, haben die Jury überzeugt.

Region Südwestthüringen: Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus Eisenach für das Projekt „Superwahljahr 2014 – Geh wählen“ und Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus Schleusingen für das Projekt „Kein Naziplakat hängt allein“
Das beispielhafte Engagement beider Bündnisse für Demokratie unter Beteiligung möglichst Vieler, haben die Jury überzeugt.

Preisträger Thüringer Demokratiepreis 2013

Hauptpreis

Für den Hauptpreis, der mit 2.000 Euro dotiert ist, wurde Lothar König ausgewählt. Sein langjähriges unerschütterliches Engagement in der Jenaer JG Stadtmitte, sein Einsatz für junge Menschen und sein entschiedenes Eintreten gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit haben die Jury überzeugt.

Der zweite Preis (1.000 Euro) geht an die Weimarer Schülerinitiative „Schulübergreifender Projekttag“ als beispielhafte Initiative von Schüler für Schüler. Mit ihrem Engagement gestalten die Schüler politische Bildung eigenständig und ermöglichen eine lokale Vernetzung der Akteure. Ein Beteiligungsprojekt im besten Sinne.

Anerkennungspreise

Die Anerkennungspreise (je 500 Euro) erhalten mit dem Eisenacher Bürgerbündnis und Uwe Adler aus Weimar zwei langjährig zivilgesellschaftlich Engagierte, die aufgrund ihrer vielfältigen und kreativen Arbeit herausragen.

Preisträger regionaler Demokratiepreis 2013

Region Mittelthüringen: „Aktionstag für Demokratie – Crawinkel zeigt Gesicht“

Region Nordthüringen: „Verschwiegene Vergangenheit“ des Sv Blau Weiß Greußen e.V.

Region Ostthüringen: Toleranz-Festival „IDAHOT“ Jena

Region Südwestthüringen: „Augen auf – eingreifen statt wegsehen“ Meiningen