LehrerInnen

Fortbildungsangebote für Lehrerinnen und Lehrer

Nachfolgend finden Sie die Seminare zu den Qualifizierungsbereichen:

  • Rechtsextremismus, Rechtspopulismus und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Stärkung der Demokratie und der demokratischen, menschenrechtsorientierten Alltagskultur
  • Förderung von Vielfalt und Toleranz, Interkulturelle Öffnung, interkulturelles und internationales Lernen
  • Förderung von Akzeptanz vielfältiger sexueller Orientierungen, Geschlechtsidentitäten und Beziehungsformen

1-1-1: Kompetent Handeln! – gegen Diskriminierung und Neonazismus

Träger: Arbeit und Leben Thüringen e.V. Erfurt

Ob in der Werbung, bei Aussagen von rechtspopulistischen Politikerinnen und Politikern, in Kommentaren im Internet oder auf dem Schulhof: Diskriminierung kann fast überall vorkommen. Menschenverachtende Einstellungen und deren Auswirkungen sind Teil der gesamten Gesellschaft und der „Nährboden“ für eine neonazistische Ideologie und Taten. Umso wichtiger ist es, ihnen kompetent zu begegnen.

Seminarziele

Zuerst diskutieren Sie über Texte und Bilder aus dem (Schul)Alltag und die eigene Betroffenheit und werden für Einschränkungen, die Sie direkt betreffen oder die Sie im Schulalltag erfahren können, sensibilisiert. Daran schließen sich Inhalte an, die mit Ihren Bedürfnissen abgestimmt werden. So kann bspw. intensiver auf neonazistische Ideologien und Strategien von Neonazis eingegangen oder die Verbreitung von menschenverachtenden Einstellungen in der Gesellschaft beleuchtet werden.

Der praxisorientierte Teil des Seminars beginnt mit dem Sammeln von Argumentationen gegen weit verbreitete diskriminierende Äußerungen aus Ihrem Erfahrungsspektrum. Eingebettet werden diese in nützliche Tipps zum Argumentieren, z.B. die Vorteile einer humanistischen Argumentationslogik gegenüber Verwertungslogik oder Wege um Rückzugsmöglichkeiten zu lassen. Anschließend wird die zuvor vermittelte Theorie angewandt und eine Situation geschaffen, in der Sie sich im Argumentieren testen können, da das praktische Ausprobieren die beste Vorbereitung für den „Ernstfall“ ist. Zudem erfahren Sie weiterführende (lokale und regionale) Unterstützungsmöglichkeiten zum Thema.

Inhalte

  • Beispiele für Diskriminierung aus dem Alltag – eigene Betroffenheit
  • Empirische Studien zur gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit
  • Erfahrungsaustausch, thematische Beispielsammlung
  • Menschenverachtende Einstellungen als Scharnier für neonazistische Ideologien
  • Neonazistische Wortmeldungen, Argumente und Parolen
  • Menschenverachtende, neonazistische Codes, Styles, Organisationen und besetzte Themen
  • Argumentations- und Handlungstraining anhand eigener Beispiele

Methoden

Präsentationen, Bilderassoziation, Diskussion, computergestützte Präsentation, praktische Argumentationsübungen, Textarbeit

Trainer(in)-Team

Trainerinnen und Trainer des „Netzwerkes für Demokratie und Courage“

Das Netzwerk arbeitet seit 1998 mit Lehrenden, Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern sowie Schülerinnen und Schülern zusammen gegen Vorurteile und Diskriminierung. Die Trainerinnen und Trainer führten bisher zahlreiche Seminare zum Thema „Demokratiepädagogik“ mit Lehrenden aller Schulformen, Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärtern sowie Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern durch.

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Angebot-Nr. 1-1-2: Ideologieelemente des Rechtsextremismus und der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit im Kontext Schule. Erkennen und Handeln!

Träger: cultures interactive e.V.

Rechtsextremismus und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit stellen an die formale Bildung/Schule ganz eigene Herausforderungen. Im Allgemeinen geht es erst einmal darum, als Lehrer(in) zu erkennen, welche Zeichen, Symbole, Musik und Aussagen erlebt werden und wann eine Intervention geboten ist.

Szenarien mit rechtsextremen Hintergrund an Schulen stellen sich aber ganz unterschiedlich dar und verlangen verschiedene Handlungskompetenzen. Zum einen natürlich, wenn der/die Rechtsextreme direkt in der Schule und/oder im Unterricht sind. Wie gehe ich mit ihm/ihr um, wie argumentiere ich und vor allen Dingen auch wo (die Klasse kann schnell zum Agitationsfeld Rechtsextremer werden)?

Aber prekär ist ebenso die Verteilung von rechtsextremen Schulhof-CDs, wenn rechtsextreme Strukturen aus dem Gemeinwesen an den Lernort Schule direkt kommen. Oder wirkt es nicht schon auf die Schule aus, wenn im Umfeld eine starke politische rechtsextreme Kraft wirkt. Sollte das Thema aufgegriffen werden? Wie verhält sich das Thema Politik und Schule überhaupt? Thematisiere ich es im Unterricht? Welche inhaltlichen Optionen habe ich? Ganz aktuell in Thüringen auch die Frage, wie eine gelungene Arbeit zwischen Lehrer(inne)n und Schulsozialpädagog(inn)en zu diesem Thema aussehen kann – welches Zusammenarbeit ist sinnvoll!?

Methoden
Inputs, Diskussionen, Bilder- und Rollenspielen, Argumentationsübungen

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1-1-7: Argumentationstraining gegen diskriminierende Äußerungen

Träger: DGB-Bildungswerk Thüringen e.V.

„Das sind doch eh alles nur Wirtschaftsflüchtlinge, die sich hier ein schönes Leben machen wollen.“ Wie gehe ich mit tatsachenwidrigen Behauptungen und diskriminierenden Parolen um, wenn mein Gegenüber Argumente vielleicht gar nicht hören will? Wie entlarve ich Widersprüchlichkeiten, unlauteres Argumentieren und Befindlichkeiten, die möglicherweise hinter diesen Parolen stehen? Warum ist eine Entgegnung – auch der sympathischen Kollegin gegenüber – so wichtig und welchen „Kniff“ gibt es, damit mir die beste Erwiderung nicht erst abends beim Schlafen gehen einfällt?

In einem Argumentationstraining bieten wir für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich der Jugendhilfe eine Auseinandersetzung mit dieser Problematik an. Im Workshop erarbeiten wir anhand von Beispielsituationen aus dem konkreten Arbeitsalltag, was möglicherweise hinter diskriminierenden Äußerungen stehen kann und wie sinnvolle Entgegnungen aussehen können. Wir diskutieren, wann eindeutiger Widerspruch unumgänglich ist, wo eine inhaltliche Debatte Sinn machen kann und wann Grenzen des Argumentierens erreicht sind. Mit Informationen, Rollenspielen und Auswertungen zu Argumentationsstrategien werden Sie für die Auseinandersetzung mit diskriminierenden Äußerungen gestärkt.

Seminarziele

Sie:

  • erkennen diskriminierende Äußerungen (auch als Teil ihres Arbeitssettings und Alltags)
  • reflektieren über Bedeutung und Notwendigkeit von Entgegnungen und finden ein bzw. bestärken Ihr Standing
  • lernen diskriminierende Situationen zu analysieren und erkennen relevante Aspekte für die Strategieauswahl
  • lernen Argumentationstechniken kennen und können Reaktionsstrategien diskutieren
  • entwickeln, erproben und bewerten eigene Argumentations- und Reaktionsstrategien

Inhalte

  • Kennzeichen von diskriminierenden Äußerungen
  • Schwierigkeiten im Umgang mit diesen
  • Argumentationsstrategien und Reaktionsmöglichkeiten
  • Ausprobieren am Beispiel von Situationen aus dem eigenen Berufsalltag

Methoden

Gruppenarbeit in verschiedenen Formaten, Kurz-Input, angeleitetes Rollenspiel, moderierte Diskussion zur Reflexion und Ergebnissicherung, Feedbackmethoden

Trainerin

Melanie Pohner, DGB-Bildungswerk Thüringen e.V.

Die Trainerin ist langjährig als Bildungsreferentin in der Erwachsenenbildung tätig und leitet seit vielen Jahren Argumentationstrainings für die verschiedensten Zielgruppen.

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1-1-10: Schule – Kein Ort extrem rechter Erlebniswelten

Träger: MOBIT e.V.

Mitarbeitende im pädagogischen Bereich haben den (staatlichen) Auftrag, Kinder und Jugendliche zu erziehen und zu bilden. Dabei gehen von ihrer Person und von ihrem Handeln wichtige Impulse aus, sie fungieren oft als Vorbild, an dem junge Menschen ihr Denken und Handeln orientieren. Sie tragen Verantwortung für die Sozialisation der nachfolgenden Generation und können demokratische Prozesse für junge Mitglieder der Gesellschaft erfahr- und erlebbar gestalten. Umso wichtiger erscheint in diesem Licht, dass Lehrerinnen und Lehrer einen eigenen demokratischen Standpunkt vertreten und dazu befähigt werden, neonazistische, antisemitische, rassistische Äußerungen oder gar Handeln klar und entschieden zu unterbinden.

Seminarziele

Im Seminar werden Fakten und Entwicklungen aus dem Bereich der extremen Rechten vermittelt. Sie werden befähigt, in Ihrem Arbeitsalltag mit Problemlagen des Rechtsextremismus souverän, zielgerichtet u. fundiert umzugehen sowie Ihren demokratischen Standpunkt zu festigen.

Inhalt

Die extreme Rechte in Thüringen

  • Vermittlung eines gesamtgesellschaftlichen Blicks auf Rechtsextremismus: Definitionen des Begriffs, Vorstellung von Studien und des Thüringen-Monitors
  • Darstellung von Struktur(en), Relevanz sowie Ideologie und strategische Ausrichtung von Parteien, Organisationen und Gruppierungen der extrem rechten und neonazistischen Szene in Thüringen
  • Darstellung von neurechten und rechtspopulistischen Bewegungen und Akteurinnen und Akteuren
  • Immobilien und deren Nutzung durch die extrem rechte Szene

Zeichensprache der extremen Rechte – Symbolik, Codes und Outfit, visuelle Identifikation von Angehörigen der extrem rechten Szene

  • Kennenlernen der inneren Logik extrem rechter Symbolik, Bildsprache und Botschaften
  • Vermittlung von Symbolen, Logos, codierten Botschaften, die Bandbreite extrem rechter Darstellungen sowie deren (Um)Deutung in diesen Kontexten
  • Chronologische Darstellung von Versatzstücken aus heidnischen, germanischen, deutsch-nationalen und nationalsozialistischen Bezugsrahmen sowie diverse Einflüsse durch Subkulturen und Moden

Erlebniswelt RechtsRock

  • umfassende Darstellung rechter Musik als wichtiges Rekrutierungsinstrument der extremen Rechten
  • Kennenlernen, Interpretation und Einordnung von Kennzeichen, Inhalten und Funktionen neonazistischer Musik

Erarbeitung von Handlungskompetenzen

  • Erarbeitung von Handlungsschritten, die zur Problemlösung beitragen können
  • Besprechung von Fallbeispielen
  • Schwerpunkte können sein: Vereinbarungen über einen adäquaten und Umgang mit extrem rechten Vorfällen, Entwicklung von Projektideen zur Stärkung nicht rechter Jugendkultur

Methoden

Die Herangehensweise im Seminar orientiert sich am Leitbild von MOBIT e.V., dem Dreiklang „Erkennen – Deuten – Handeln“.

Trainer(in)-Team

Ziel der Arbeit von MOBIT ist die Stärkung des bürgerlichen, demokratischen Engagements in Thüringen und die konkrete Auseinandersetzung mit allen Erscheinungsformen des Rechtsextremismus. Darüber hinaus informiert MOBIT über aktuelle Entwicklungen in der rechtsextremen Szene.

Die Trainerinnen und Trainer (Sozialpädagogik, Politikwissenschaft, Pädagogik, Jugend- / Erwachsenenbildung) verfügen über umfangreiche Kenntnisse im Bereich extreme Rechte und im Bereich zivilgesellschaftlicher Prozesse sowie in der Beratungsarbeit. Sie weisen langjährige Erfahrungen in der Fortbildung auf.

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1-11-2: Vom Genderwahn in extrem rechten Bewegungen - Gender als thematische Kampfzone von Rechtspopulismus und Rechtsextremismus sowie Ansätze einer genderreflektierten Präventions- und Distanzierungsarbeit

Träger: cultures interactive e.V.

Die extreme Rechte nutzt Genderthematiken – wie die Frage nach Rollenvorstellungen oder persönlichen Lebensentwürfen teilweise aggressiv, um demokratische Grundrechte zu attackieren. Gleichzeitig spielen Genderthematiken für jene, die sich rechtsextremen Szenen zuwenden eine wichtige Rolle.

Seminarziele

In dem Tagesseminar geht es darum, die Notwendigkeit und Möglichkeiten einer genderspezifischen Rechtsextremismus-Prävention zu vermitteln. Lernziele sind:

  • Vermittlung von Hintergründen zu genderrelevanten Thematiken der extremen Rechten wie die Ablehnung von Gender Mainstreaming, Feminismus, geschlechtlicher Vielfalt
  • Männlichkeits- und Weiblichkeitsvorstellungen im Rechtsextremismus und deren ideologische Bedeutung: Ideologie der Volksgemeinschaft als zentrale Grundlage, Kampf gegen Strategien der Gleichberechtigung von Mann und Frau (Anti-Gender-Mainstreaming-Kampagnen) und gegen die Gleichberechtigung von LSBT*(lesbisch, schwulen, bi- und transsexuellen)-Menschen
  • Geschlechtsspezifische Rollenverteilungen in rechtspopulistischen und rechtsextremen Bewegungen und zahlenmäßige Verteilung von Männern und Frauen in offenen Szenezusammenhängen (Identitäre Bewegung u.a.), Kameradschaften und Parteien
  • Bedeutung von Frauen im Rechtspopulismus und Rechtsextremismus: Frauen werden als Akteurinnen häufig übersehen. Dabei setzen sie sich strategisch und besonders laut in bestimmten Themenfeldern für die „nationale Sache“ ein, z.B. in Debatten um sexuellen Missbrauch / Pädophilie, familiäre Sicherheit und Erziehungsbereiche und gehen bewusst in soziale Berufe, z.B. in Kindergärten, Schulen, Jugend- und Gemeinwesenarbeit
  • Geschlechtsspezifische Aspekte der Hinwendung und Teilnahme in rechtsextremen Szenen, verschiedene Identifikations-, Zugehörigkeits- und Erlebnisangebote für Jungen und Mädchen
  • Genderreflektierte Ansätze von Präventions- und Distanzierungsangeboten, die in verschiedenen Bereichen der Jugendhilfe ansetzen, um junge Frauen und Männer zu unterstützen, sich von rechtsextremen Haltungen und Szenen zu distanzieren.
  • Praxisorientierte Präventions- und Interventionsmethoden, um genderspezifischen Strategien des Rechtspopulismus und Rechtsextremismus argumentativ und pro aktiv begegnen zu können insbes. für die Jugendhilfe und Gemeinwesen orientierte Jugendarbeit

Methoden

Durch PowerPoint-Vorträge, Übungen, Kleingruppenarbeit, Reflexionsrunden werden die Handlungskompetenzen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gestärkt und Möglichkeiten angeregt, professionell Problematiken im eigenen Arbeitsfeld zu bearbeiten.

Trainerin

Silke Baer, cultures interactive e.V.

Die Trainerin studierte Publizistik, Kommunikationswissenschaften und Nordamerikanistik sowie Sozialpädagogik (FH). Sie ist zertifizierte Mediatorin sowie Mitbegründerin und pädagogische Leiterin von cultures interactive e.V. Seit 2001 arbeitet sie in der Jugendkulturarbeit, Rechtsextremismus- und Gewaltprävention, konzeptioniert, leitet und evaluiert Modellprojekte. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die Bearbeitung von rechtsextremen Phänomenen, Strategien der Präventions- und Distanzierungsarbeit, genderreflektierte Ansätze, Chancengerechtigkeit durch neue Bildungsansätze und Stärkung der politischen Teilhabe von Jugendlichen sowie sozialraumorientierte Konzepte. Sie leitete das EU-Projekt „Women in Extremism – WomEx“ und ist berufenes Mitglied des Radicalisation Awarness Network in der AG „Deradicalisation“ und Mitherausgeberin von „Verantwortlich Handeln: Praxis der Sozialen Arbeit mit rechtsextrem orientierten und gefährdeten Jugendlichen“ (Budrich, 2014).

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1-12-2: "Ey du Opfer" - Prävention und Intervention in der Arbeit mit rechtsaffinen Jugendlichen

Träger: cultures interactive e.V.

„Ey! Du Opfer“, wahlweise: „Schwuchtel“, „Spast“ oder „Asylant“ sind die wiederkehrenden Sprüche von Jugendlichen, die Ihren Frustrationsgrad im Arbeitsalltag um einiges erhöhen. Wie kann bei solchen Sprüchen, diesen kurzen Momenten, eine erfolgreiche Intervention erfolgen?

Haltung und Handlung sind hier geboten. Aber wie? Pädagoginnen und Pädagogen stehen vor der Entscheidung des Umgangs mit oftmals „nebenbei“ geäußerten oder zur Schau getragenen abwertenden Meinungen. Handelt es sich um eine Aussage, die einen vorhandenen „Hass“ ausdrückt oder einfach nur ein Spruch, der die „coolness“ in der Gruppe erhöht.

Seminarziele

Hier soll das Tagesseminar Handlungssicherheit vermitteln und befasst sich mit den Phänomenen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit (GMF), insbesondere auch Fremdenfeindlichkeit und Sexismus sowie den sogenannten „Grauzonen“ im Bereich des Rechtsextremismus. Ihnen werden Methoden der Bearbeitung vermittelt als auch die eigene Haltung im Umgang mit den Jugendlichen reflektiert. Letztlich gilt es bei allen Vorfällen abzuwägen, ob es sich hier um eine „interventionspflichtige“ Situation handelt, weil hier offensichtlich menschenverachtende und gewaltverherrlichende Meinungen sich verstetigen. GMF ist schließlich nicht selten die Vorstufe zu Vorfällen mit rechtsorientiertem Hintergrund. Oder bedarf es nur einer „lustig-ironischen“ Bewusstseinswerdung, die den Jugendlichen oder die Gruppe vielleicht auf andere Gedanken und (Lösungs-)Wege bringt, Empathie bspw. für Geflüchtete entwickelt wird, die aber auch unsere eigene Haltung und die der Schule klar und transparent dem Gegenüber verdeutlicht.

Inhalte

  • Methodenvermittlung für Interventionsmöglichkeiten und Prävention bei rechtsaffinen Vorkommnissen
  • Erkennen von Zeichen, Symbolen und Strategien aus der sog. „Grauzone“ der (rechtsextremen) Szene, Analyse von uneindeutigen Musiktexten
  • Theoretische Auseinandersetzung und praktische Anwendung des Konzepts der GMF
  • Einordung des Phänomens Rechtsextremismus und GMF als gesamtgesellschaftliches Problem samt entsprechender Netzwerkbildung
  • Zielgerichtete Intervention und Evaluation der eigenen Maßnahmen

Methoden

PowerPoint-Vortrag, visuelle und haptische Vermittlung von Zeichen und Codes aus der sog. Grauzone der Jugendkulturen, verschiedene Methodenbeispiele, Musikanalyse, Gruppenaustauschprozesse

Trainer

Peer Wiechmann, cultures interactive e.V. Weimar/Berlin

Der Trainer studierte Publizistik, Soziologie, Politologie und Teilgebiete des Rechts an der Freien Universität Berlin. Er ist seit 15 Jahren in der Rechtsextremismusprävention (in Thüringen) tätig und hat insbes. den Ansatz der Jugendkulturarbeit geprägt. Der Trainer war Landeskoordinator von „Schule OHNE Rassismus – Schule MIT Courage“ in Berlin sowie Leiter der CIVITAS-geförderten Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus in Weimar/Weimarer Land. Heute ist er Geschäftsführer des Vereins cultures interactive e.V. mit Sitz in Weimar und Berlin.

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1-12-7: Grundlagenwissen Flucht und Asyl

Träger: DGB-Bildungswerk Thüringen e.V., Flüchtlingsrat Thüringen e.V., Projekt [CoRa]

In der öffentlichen Debatte zum Thema „Flucht und Asyl“ liegt der Schwerpunkt häufig auf vermeintlichen Gefahren und scheinbar unlösbaren Herausforderungen für die Gesellschaft. Zur (rechtspopulistischen) Stimmungsmache gehört es, gezielte, suggestive Fehlinformation über Geflüchtete zu verbreiten. Parallel setzen sich vielerorts viele Engagierte und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für Geflüchtete ein. Im Seminar „Grundlagenwissen Flucht und Asyl“ werden der Stimmungsmache Fakten entgegen gesetzt und Unterstützerinnen und Unterstützer gestärkt.

Seminarziele

Im Seminar erhalten Sie Argumentationshilfen für Demokratie und Weltoffenheit und werden für das Thema „Flucht und Asyl“ sensibilisiert. Somit wird ein sachliches Gegengewicht zur (rechtspopulistischen) Stimmungsmache und gezielten, suggestiven Fehlinformation gesetzt und die Handlungssicherheit der prodemokratischen Akteurinnen und Akteure gestärkt. Sie werden zudem befähigt, sich solidarisch und menschenrechtsorientiert für und mit Geflüchtete(n) einzusetzen. Ein an humanitären und an menschenrechtlichen Standards orientierter Umgang mit den Themen „Flucht und Asyl“ und der Abbau von Vorurteilen, Rassismus und Fehleinschätzungen sind dabei zentrale Ziele.

Inhalte

  • Aktuelle Zahlen und Fakten zu Flucht und Asyl
  • Aktuelle Grundlagen des Asylrechts in Deutschland
  • Ablauf von Asylverfahren in Thüringen, Rahmenbedingungen der Aufnahme von Geflüchteten
  • Aktuelle politische Situation und Menschenrechte (auch über Thüringen hinaus)
  • Austausch über die aktuellen Debatten im Themenbereich „Flucht und Asyl“
  • Möglichkeiten der ehrenamtlichen und solidarischen Unterstützung
  • Darstellung der Perspektiven von Geflüchteten
  • Bedarfsorientierte Schwerpunkte

Methoden

PowerPoint-Vortrag, interaktive Kleingruppen- und Plenumsarbeit, moderierte Austausch- und Diskussionsrunden, Selbstreflexion, Verwendung der Methodensammlung „Baustein zur nicht-rassistischen Bildungsarbeit“

Trainerin und Trainer

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Flüchtlingsrat Thüringen e.V.

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1-13-2: „Hate Speech“ und „Fake News“ versus Fakten und kritische Medienbildung

Kritische Auseinandersetzung mit antidemokratischen Medien(inhalten) als Basis für die Reflexion der eigenen und öffentlichen Meinungsbildung in einer demokratischen Gesellschaft

Träger: cultures interactive e.V.

Seminarziele

Im Seminar werden die Hintergründe über das Zusammenspiel von Medien- und Wahrnehmungssystem bei der politischen Meinungsbildung vermittelt. Thematisiert werden u.a. aktuelle Problemstellungen wie ›Fake News‹, ›Hate Speech‹ und ›Filterbubble‹. Auch der Umgang mit klassischen Medien, Bildern und Sprache findet im Seminar Beachtung, nicht zuletzt um den Begriff der ›Lügenpresse‹ im Rahmen der aktuell politischen Phänomene wie AFD, Identitäre sowie Pe- und Thügida auf facebook und Co. einzuordnen. Wahrheitsbildung wird als medialer Prozess – vom Ereignis zur Botschaft – spielerisch erfahren.

iKonkrete Fragen sind dabei:

  • Was sind Medien (Massenmedien…)?
  • Welche psychologischen Effekte erzeugen sie bei uns?
  • Wo liegt der Unterschied zwischen Manipulation und Information?
  • Welchen Einfluss hat unser eigenes Selektionsverhalten?
  • Gibt es so etwas wie eine Wahrheit?
  • Wie können wir uns möglichst frei ein eigenes Bild davon machen?
  • Wie entstehen unsere (Welt-) Bilder und Sichtweisen – auch auf andere Kulturen?
  • Was ist überhaupt »guter« Journalismus – und was seine Probleme (am Beispiel Auslandsberichterstattung)?
  • Wie unterscheiden sich soziale Netzwerke von klassischen Newsplattformen?
  • Was ist die Filterblase und wie komme ich aus ihr raus?
  • Diese und noch mehr Fragen werden im Seminar beantwortet – mit abwechslungsreichen Methoden, die wiederum in der Arbeit mit Jugendlichen eingesetzt werden können.

Methoden

Gruppenarbeiten, Inputreferate, szenisches Darstellung, Bilder- und Sprachspiele, Live-Experimente, Methoden der Emotionalen Distanzierung von Inhalten, Fake-News-Debatten, Ratespiele zur Unterscheidung von Genres (Berichterstattung, Satire …), Spiele zur Wahrnehmung medialer Stereotype

Trainer

Mathias Rauh, cultures interactive e.V.

Der Trainer bewegt sich an den Schnittstellen zwischen Medien und Bildung für nachhaltige Entwicklung in Theorie und Praxis. Neben seinem Studium in Medienwissenschaft und Psychologie war er u.a. als Journalist in Spanien und Kommunikationskonzepter für Erneuerbare Energien in Costa Rica tätig und erhielt so detaillierte Einblicke in den praktischen Medienbetrieb. Anschließend rückten vor allem medienpädagogische und (entwicklungs-)politische Bildung in den Fokus seines Engagements. Nach einem aufbauenden Master in Kommunikationsforschung an der Universität Erfurt widmet er sich speziell dem Zusammenspiel von Globalisierung, Weltbildern und Medien. Diese akademisch verankerten Themen trägt er seit drei Jahren als Bildungsreferent und Projektkoordinator für den mohio e.V. dorthin, wo die wahren Agenten der Zukunft sitzen – ins Klassenzimmer.

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Angebot-Nr. 1-2-2: Demokratieentwicklung an Schulen. Schüler(innen) durch Beteiligungsformen aktivieren und für Demokratie begeistern

Träger: cultures interactive e.V.

Um junge Menschen aus allen Milieus für Demokratie zu gewinnen, ist es wichtig, dass Schulen eine demokratische Alltagskultur entwickeln und demokratische Grundfähigkeiten jugendgerecht in der formalen Bildung vermitteln. Demokratievermittlung kann Spaß machen und das Lern- und Schulklima für Lehrer(innen) und Schüler(innen) erheblich verbessern. Aktuell geht es auch um den Aspekt, wie Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, die beispielsweise aus geflüchteten Familien stammen, beteiligt werden können.

Seminarziele

Im Seminar erhalten Sie einen Überblick zu schulischen Ansätzen der Demokratiepädagogik, Formen gelingender und innovativer Schüler(innen)-Beteiligung sowie Beispiele von innovativen Methoden zur politischen Bildung von Schüler(inne)n.

Seminarinhalte

  • In welcher Form haben sich die Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen in den letzten 20 Jahren verändert?
  • Wie gehe ich mit der gesellschaftspolitischen Diskussion um „Flucht und Asyl“ um?
  • Welche Ergebnisse zeigen die neuesten Jugendstudien zu den Themen:
    Politisches Engagement von Jugendlichen – wie wollen sich Jugendliche engagieren? Wie sehen Jugendliche ihre Zukunft?
  • Was ist eine demokratische Haltung?
  • Ansätze der Demokratiepädagogik
  • Neue Formen der Politischen Bildung
  • Wie kann ein demokratisches Beteiligungskonzept an einer Schule aussehen?

Methoden

Vorträge, Gruppenaustausch, Arbeit im Plenum und in Kleingruppen, Vorstellung von Modellvorhaben

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Angebot-Nr. 1-2-5: Lernort Demokratie – Was heißt Demokratie & wie kann ich das in meiner Schule leben?

Träger: Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar

Partizipation ist eine Grundvoraussetzung von Demokratie. Dementsprechendes Gewicht sollte beteiligungsorientierten Prozessen eingeräumt werden. Der „Lernort Demokratie“ ist demnach nicht nur eine Unterrichtseinheit in der Schule, sondern spiegelt sich auch in der Institution wieder. Damit es nicht nur heißt: „Heute steht wohl wieder Beteiligung auf dem Plan, mal schauen, ob wir wählen oder würfeln?“.

Seminarziele

Die Ziele des Seminars liegen in der Vermittlung von Funktions- und Wirkungsbereichen von Demokratie. Demzufolge geht es darum, Partizipationsräume auch in der eigenen Institution zu entdecken und dies nicht nur für „Erwachsene“. Die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonventionen steht dabei ebenso im Mittelpunkt wie die Auseinandersetzung mit Herausforderungen und Gefahren für den demokratischen Prozess. Sie erhalten anhand von Fallbeispielen die Möglichkeit, Instrumente bzw. Lösungen für Ihre Berufspraxis abzuleiten.

Seminarinhalte

  • Hintergründe zur Partizipation von Kindern und Jugendlichen
  • Auseinandersetzung mit dem Begriff der „Zivilgesellschaftlichen Bildung“
  • Diskussion und Reflexion von Demokratie verstanden als Prozess
  • Diskussion und Reflexion der eigenen Institution und deren Rolle in der Demokratie
  • Einordnung von Gefahren für die Demokratie
  • Beispiele zur Mitbestimmung und Entscheidungsfindung im Berufsalltag

Methoden

Multimediale Vorträge und Plenumsdiskussionen, Positionierungen und Aufstellungen, Erfahrungsaustausch zu Fallbeispielen, Kleingruppengespräche, prozessorientierte

1-2-6: Demokratie, Lernqualität und Schulentwicklung. Demokratiepädagogik in der Praxis

Träger: Demokratisch Handeln e.V.

Seminarziele

Ziel des Seminars ist es anhand von Beispielen Aspekte der Demokratiepädagogik zu diskutieren sowie gemeinsam Ideen zu entwickeln, die später für den Schulalltag eine Anregung sein können und umgesetzt werden. Es geht um die Beförderung einer Bildung, die in der Lage ist, den gegenwärtigen Herausforderungen für die Demokratie zu begegnen. Es werden die Chancen demokratiepädagogischer Methoden und Erkenntnisse in der Schule und der gesamten Bildungslandschaft aufgezeigt. Ziel ist die Entwicklung eigener Projektideen, die sich im schulischen Alltag tatsächlich verwirklichen lassen und Demokratie erlebbar machen.

Methoden

Inputvortrag, Diskussionen, Arbeit an schulischen Best-Practice-Beispielen

Trainerin und Trainer

Kristina Banz, Maximilian Bubinger, Arila Feurich, Mario Förster oder Sophia Fruth, Demokratisch Handeln e.V.

Seit der Gründung des Förderprogramms Demokratisch Handeln haben sich bereits über 5.600 Initiativen am Wettbewerb beteiligt. Diese spiegeln ein breites Themenspektrum wider, wobei die Zugänge über historische Begebenheiten, Alltagssituationen oder politisches Interesse erfolgen und so eine zivilgesellschaftliche Auseinandersetzung in der Schule und darüber hinaus stattfindet.

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Ansprechpartner

1-2-12: Über die Achillesferse der Demokratie – aktuelle Herausforderungen und Umsetzungsmöglichkeiten in der Schule

Träger: toolpool

Respekt, Gewaltfreiheit, freie Meinungsäußerung, Menschenrechte, Minderheitenschutz – die Begriffe, mit denen Demokratie charakterisiert wird, sind groß und manchmal etwas sperrig. Auf einen personalen Ansatz bezogen, heißt das mit anderen Worten auch: In einer Demokratie hat jedes Individuum die Möglichkeit, sich im Rahmen demokratischer Grundrechte frei zu entfalten und selbstbestimmt seinen Platz in der Gesellschaft zu finden, um ein selbstbestimmt glückliches Leben zu führen. Dies klingt für Lehrerinnen und Lehrer sicher vertraut. Denn oftmals stehen Kinder und Jugendliche während ihrer Schulzeit vor genau dieser persönlichen Entwicklungsaufgabe.

Die Demokratie stand jedoch schon lange nicht mehr so auf dem Prüfstein wie aktuell. Das Erstarken des Rechtspopulismus, das Ansteigen rechter Gewalttaten und die Verzerrung von Fakten in den öffentlichen Medien sind aktuelle besorgniserregende Entwicklungen. Deshalb lädt dieses Seminar Lehrerinnen und Lehrer dazu ein, sich neu zu versichern und Wissen darüber aufzufrischen, wie wichtig das Erlernen demokratischer Handlungsweisen bzw. das sich Aneignen einer demokratischen Grundhaltung ist.

Seminarziele

Der erste Seminarteil regt die Reflexion zu demokratischen Prinzipien sowie positiven und negativen Seiten der Demokratie an. Die „Achillesferse der Demokratie“ kommt zur Sprache, aber ebenso die Möglichkeiten der Institution Schule als einen für Demokratie geeigneten „Lernort“. Der zweite Teil wirft einen kritischen Blick auf das eigene (berufliche) Umfeld. Leitfragen zu Strukturen und Rahmenbedingungen führen zu einer vertieften Analyse Ihrer Rolle und Ihren Handlungsmöglichkeiten in Sachen Demokratie.

Inhalte

  • Bedeutung von Demokratie für das Miteinander im (schulischen) Alltag
  • Demokratieanalyse zur Identifizierung von Entwicklungspotenzialen
  • Handlungs- und Wirkungsmöglichkeiten für Lehrer und Lehrerinnen als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für Demokratie
  • Elemente von Menschenrechtsbildung, Demokratiepädagogik, Betzavta
  • Konzept der „informierten Bürgerin“ / des „informierten Bürgers“ für die eigene, aufgeklärte Meinungs- und Entscheidungsfindung und das demokratische Handeln

Methoden

Gruppendiskussionen, Kleingruppenarbeit, Übungen aus dem Bereich Menschrechtsbildung, Demokratiepädagogik und Betzavta, Soziometrische Übungen, Selbstreflexion, Inputs, Austausch

Trainerin

Christin Voigt, toolpool Erfurt

Die Trainerin ist Sozialpädagogin (FH) und Konfliktmanagerin (FH). Sie arbeitet seit 19 Jahren im Bereich der non-formalen Bildungsarbeit und verfügt über intensive Erfahrungen in der Qualifizierung von Fach-kräften auf nationaler wie auch internationaler Ebene. Seit 2014 ist die Trainerin im Landesprogramm Denk Bunt aktiv u. hat mehr als 50 Weiterbildungsveranstaltungen erfolgreich durchgeführt. Der Schwer-punkt ihres Wirkens sind Fortbildungen zum „Inter- und transkulturellen Lernen“ und „Demokratie“. Ihre Erfahrungen, die sie seit zehn Jahren als internationale Trainerin und aktuell als Projektberaterin für das EU-Programm Erasmus+ JUGEND IN AKTION gesammelt hat, bereichern das Seminar. Des Weiteren ist sie vertraut mit dem Anti-Bias- und Diversity-Ansatz sowie in der Moderation von Partizipations-prozessen. Seit 2013 ist die Trainerin mit eigener Firma toolpool selbstständig.

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1-3-1: Vielfalt ist das ganze Leben – Querschnitt der Theorie und Praxis von Diversity bis Anti-Bias

Träger: Arbeit und Leben Thüringen e.V. Erfurt

Vielfalt, Inklusion und Diversity sind Begriffe, die im Alltag immer häufiger benutzt und als Anspruch an den Lernort Schule gestellt werden.

Seminarziele

Wir beleuchten in der Fortbildung, aus welchem Hintergrund diese Begriffe und Ansprüche entstanden sind und was diese mit Demokratie(pädagogik) zu tun haben. Dazu setzen wir uns mit dem Verständnis von Demokratie als Herrschafts-, Gesellschafts- und Lebensform auseinander und diskutieren die Aufgaben an eine demokratische Gesellschaft, vor allem mit Blick auf die Rolle der Schulen. Dabei gehen wir auch auf Diskriminierung als gesellschaftliche und vor allem berufliche Herausforderung am Lernort Schule ein.

Einen wichtigen Teil der Fortbildung bilden die demokratiepädagogischen Ansätze „Anti-Bias“, „Betzavta“ und „Social Justice“, welche den Anspruch haben, diskriminierungsärmere Räume zu schaffen. Möglichkeiten für die Umsetzung im Schulalltag werden zudem aufgezeigt. Durch den zeitlich begrenzten Fortbildungsrahmen werden nur Grundgedanken der einzelnen Ansätze vorgestellt. Die Integration in den Arbeitsalltag erfordert eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Ansätzen und Methoden, wozu diese Fortbildung motivieren möchte.

Inhalte

  • Überblick zu den Begriffen Demokratie, Vielfalt, Diversität und Inklusion
  • Einordnung von Diskriminierung, „Wir-Die-Konstruktionen“ und Ebenen
  • Bedeutung sozialer Kategorien, Privilegien und Machtverhältnissen für Diskriminierung
  • Kennenlernen demokratiepädagogischer Ansätze: Social Justice, Anti-Bias und Betzavta
  • Vorstellung und Anwenden von Methoden zur Sensibilisierung von Jugendlichen
  • Aufzeigen von Möglichkeiten zum positiven Erleben von Diversität im Schulalltag

Methoden

Präsentationen, Murmelgruppen, Inputs, stumme Diskussionen, Bildergalerie, Kleingruppenarbeit, Positionierungen, Mind Map

Trainer(in)-Team

Trainerinnen und Trainer des „Netzwerkes für Demokratie und Courage“

Das Netzwerk arbeitet seit 1998 mit Lehrenden, Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern sowie Schülerinnen und Schülern zusammen gegen Vorurteile und Diskriminierung. Die Trainerinnen und Trainer führten bisher zahlreiche Seminare zum Thema „Demokratiepädagogik“ mit Lehrenden aller Schulformen, Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärtern sowie Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern durch.

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Ansprechpartner

Angebot-Nr. 1-3-5: Diskriminierungen erkennen – Vom Umgang mit Vielfalt und Wertschätzung in der Schule

Träger: Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ lautet der erste Artikel der UN-Menschenrechtserklärung. Doch wir neigen dazu, nach Unterschieden zu fragen, statt über Gemeinsamkeiten zu sprechen. Durch die Verwendung von Klischees können wir „andere“ besser fassen und uns abgrenzen. Dies birgt aber auch die Gefahr des Ausschlusses „anderer“. Gerade in der aktuellen gesellschaftlichen Debatte über den Umgang mit Geflüchteten ist ein diesbezüglicher Perspektivwechsel hilfreich. Eine offene Gesellschaft wie unsere lebt vom Austausch über unterschiedliche Werte und Normen, die hinter Überzeugungen und Lebensweisen stehen.

Seminarziele

Zum Seminarbeginn steht der Begriff „Vielfalt“ im Mittelpunkt: Was steckt dahinter? Was verlangt es & was hat es mit Werten zu tun? Daran schließt sich das Thema „Diskriminierung“ an: Wie erlebe oder erlebte ich Diskriminierung? Welche Gefühle sind damit verbunden? Welche persönlichen Strategien habe ich im Umgang mit Diskriminierung entwickelt? Grundlegend für diese Sensibilisierungsübungen ist das Hinterfragen der eigenen Haltung, um so die Wahrnehmung für Ungerechtigkeiten zu schärfen und „Normalität“ zu hinterfragen. Dies betrifft nicht nur Schüler(innen), sondern auch Lehrkräfte und Eltern. Des Weiteren werden im Seminar vielfaltsbewusste und diskriminierungskritische Handlungsstrategien nicht nur im Umgang miteinander, sondern auch in Bezug auf Geflüchtete entwickelt und erprobt.

Seminarinhalte

  • Chancen und Herausforderungen von Vielfalt
  • Auseinandersetzungen mit Wertvorstellungen der Schule
  • Auseinandersetzungen mit eigenen Werten
  • Stereotype und Diskriminierungsformen (z.B. durch Schimpfwörter)
  • Möglichkeiten der (Selbst-)Reflexion
  • Beispiele aus dem Schulalltag

Methoden

Multimediale Vorträge und Plenumsdiskussionen, Positionierungen und Aufstellungen, Kleingruppengespräche, Erfahrungsaustausch zu Fallbeispielen

Buchung

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1-3-8: Giraffen und Elefanten in einem Haus – Chancen und Herausforderungen des Zusammenlernens und -lebens in Vielfalt

Träger: JugendSozialwerk Nordhausen e.V.

Unsere Gesellschaft wird bunter. Kinder wachsen in Familien mit sehr unterschiedlichen Prägungen, Träumen, Erwartungen und Plänen auf. Und Kinder und Eltern bringen ganz unterschiedliche Voraussetzungen zur Bewältigung der schulischen Aufgaben mit. Lehrerinnen und Lehrer sollen jede einzelne Schülerin und jeden einzelnen Schüler in ihrer / seiner Einzigartigkeit wahr- und annehmen und dabei möglichst alle in der Klasse wirksam fördern. Das wirft Fragen auf. Und ist herausfordernd. Für alle Beteiligten!

Seminarziele

Ziel des Seminars ist es, Hintergrundwissen für irritierende oder problematische Situationen im Schulalltag aufzuzeigen und zu verdeutlichen, welche professionellen Haltungen und Herangehensweisen hilfreich für die erfolgreiche Gestaltung von Vielfalt im schulischen Umfeld sind. Vorhandene positive Praktiken und Erfahrungen werden gewürdigt und darauf aufbauend weitere Maßnahmen auf dem Weg zu inklusiven Kulturen, Leitlinien und Praxis erarbeitet. Dabei wird der Selbstreflexion besondere Bedeutung zugemessen.

Inhalte

Die konkreten Seminarinhalte werden im Vorfeld mit Ihnen anhand Ihrer konkreten Bedürfnisse abgestimmt. Hier eine mögliche Auswahl:

  • Grundbegriffe der interkulturellen Kommunikation, z.B. Kultur, Wahrnehmung, Eigenes und Fremdes, Kulturschock, interkulturelle Kompetenz …
  • Die Dimensionen von Vielfalt und praktische Anregungen zu Ihrer Berücksichtigung im Schulalltag
  • Das Verbindende in Interkultureller Öffnung, Diversity Management und Inklusion
  • Reflexion der schulischen Praxis und Ableiten von Handlungsoptionen

Methoden

Impulsreferate, Rollenspiele, Reflexionsrunden, Einzel-, Kleingruppen- und Plenumsarbeit, Fallarbeit, Filme, Fotoarbeit, Diskussionen, Übungen zur Selbsterfahrung. Sie erleben eine wissenschaftlich fundierte und praxisbezogene Fortbildung, jedoch keine, aus der Sie ohne die persönliche Auseinandersetzung mit sich selbst, mit Ihrer eigenen Prägung und mit Ihrem Arbeitsumfeld Lernerfolge erzielen werden.

Trainerin und Trainer

Ines Gast, Franz Funkel oder Radoslaw Romanczuk, JugendSozialwerk Nordhausen e.V.

Ines Gast ist Diplom-Sprachmittlerin und anerkannte Fachkraft in sozialpädagogischen Handlungsfeldern, Trainerin für den Kompetenznachweis International und in vielfältigen Zusammenhängen erfahren in der Arbeit mit internationalen und interkulturellen Gruppen. Sie ist externe Lehrbeauftragte an der Hochschule Nordhausen in den Studiengängen Gesundheit und Soziales sowie Sozialmanagement. Seit 2015 ist sie Referentin im Landesprogramm Denk Bunt.

Franz Funkel studierte Public Management und öffentliche Betriebswirtschaftslehre. Als Projektverantwortlicher und Koordinator des Freiwilligenmanagement, insbesondere des europäischen Freiwilligendienstes im JugendSozialwerk Nordhausen e.V., konnte er vielfältige Erfahrungen im Umgang mit Menschen aus anderen Ländern und Kulturen sammeln. Zudem war der Trainer Koordinator des Nordhäuser Netzwerks zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und ist Projektmitarbeiter im Inklusionsprojekt „Bildung und Freizeit für ALLE“. Seit 2016 ist er Referent im Landesprogramm Denk Bunt.

Radoslaw Romanczuk studierte Politikwissenschaften und Soziale Arbeit und Sozialmanagement. Im Rahmen seiner Arbeit für das Dom Spotkań im Angelusa Silesiusa in Breslau sammelte er vielfältige Erfahrungen im Bereich der politischen Bildung und Diversität (Menschenrechte) mit Jugendlichen und Erwachsenen. Als Pädagoge eines Jugendfreizeitprojektes und eines Jugendgästehauses arbeitet er mit vielfältigsten Zielgruppen und konnte besonders im internationalen Bereich viele Erfahrungen sammeln. Seit 2016 ist er Referent im Landesprogramm Denk Bunt.

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1-3-9: Vielfalt ist Klasse! – Kulturelle und sprachliche Vielfalt in der Schule gestalten

Träger: Kindersprachbrücke Jena e.V.

Unsere Gesellschaft wird vielfältiger. Kinder und Jugendliche wachsen heute in Familien mit verschiedenen kulturellen Hintergründen, Sprachen und Lebensentwürfen auf. Die Normalität der Vielfalt hat Auswirkungen auf die pädagogische Praxis, der wir uns in dieser Weiterbildung (selbst-)reflexiv annehmen. Die zunehmende Differenzierung der Schülerschaft wirft Fragen auf, wie:

  • Wie kann ich jedes Kind in seiner Einzigartigkeit und seinem individuellen Entwicklungsstand annehmen und trotzdem die Klasse im Blick behalten?
  • Vor welchen Herausforderungen stehen mehrsprachig aufwachsende Kinder beim Wissenserwerb in der Bildungssprache Deutsch?
  • Wie stark sollte ich die einzelnen Familienkulturen in meiner Elternarbeit berücksichtigen?

Seminarziele

In der eng am Bildungsplan orientierten Weiterbildung wird eine wertschätzende Auseinandersetzung mit diesen Fragen angeregt und Ihre interkulturelle Kompetenz gestärkt. Ziel ist es, Wege zu finden und Techniken zu erlernen, mit kultureller Heterogenität in der Klasse konstruktiv umzugehen, um das Potenzial kultureller und sprachlicher Vielfalt optimal zu nutzen. Sie erhalten praktische Anregungen zum Umgang mit Vielfalt und zur Reflexion des eigenen pädago-gischen Handelns im Kontext migrationsgesellschaftlicher Bedingungen und Herausforderungen. Wir beschäftigen uns mit modernen Mehrfachzugehörigkeiten von Schülerinnen und Schülern und regen dabei zu Perspektivwechsel und Vorurteilsbewusstsein an. Im Themenfeld „Deutsch als Zweitsprache“ werden Ihnen Basiswissen vermittelt und erprobte Methoden für einen sprachsensiblen Unterricht vorgestellt.

Inhalte

  • Interkulturelle Kompetenz, Toleranz und Vorurteilsbewusstsein
  • Reflexion eigener Handlungsroutinen und pädagogischer Konzepte
  • Konzept „Familienkultur“ und Techniken kultur- bzw. migrationssensibler Elternarbeit
  • Hintergrundwissen und Handlungsoptionen zu den Themen Schülerinnen und Schüler mit Migrations- bzw. Fluchterfahrung und Mehrsprachigkeit

Methoden

Unsere Angebote sind methodisch vielfältig aufbereitet und verknüpfen grundlegende theoretische Erkenntnisse mit bewährten Ideen und Modellen aus der Praxis.

Trainer(in)

N.N., Kindersprachbrücke Jena e.V.

Seit vielen Jahren ist der Verein Kindersprachbücke Jena e.V. in der Bildungsarbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aktiv. In verschiedenen Arbeitsfeldern wird der Ansatz des vielfaltsbewussten Arbeitens in die Praxis umgesetzt. Diese Erfahrung lässt der Verein in die Beratungs- und Weiterbildungsangebote sein „Institut für interkulturelle pädagogische Praxis (IIP)“ einfließen.

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1-3-12: Wer ist hier fremd? Gelingender und stärkender Umgang mit inter- und transkulturellen Erfahrungen in Schule

Träger: toolpool

Interkulturelles Lernen – was hat das mit Schulen in Thüringen zu tun?

Neuzugewanderte Schülerinnen und Schüler bringen die Welt nach Thüringen. Sie haben ganz neue kulturelle Erfahrungswerte im Gepäck, sie sprechen andere Sprachen, feiern andere Feste. Sie sind erst einmal fremd für uns – genauso wie wir für sie. Dies kann zu neuen Herausforderungen im System Schule führen, zu Missverständnissen, zu Konflikten, aber auch zu aufschlussreichen und positiven Momenten. Ihre Sicht auf unser Land, auf unsere Art zu leben, bietet uns einen spannenden Blick von außen.

Aber auch heimische Schülerinnen und Schüler erkunden die Welt – ob in Form eines Schüleraustauschs mit der Partnerschule, auf Klassenfahrt im europäischen Ausland oder gar in einem ganzen Austauschjahr. Sie kommen offener, reflektierter und um viele Erfahrungen reicher zurück.

Seminarziele

Was aber macht die veränderte Schüler- und Schülerinnensituation mit den Lehrerinnen und Lehrern? Welche Fragen, neue Sichtweisen, Herausforderungen und auch Chancen beinhaltet die veränderte Situation im Klassenraum und im Schulalltag? Spielen bewusste Prozesse der interkulturellen Öffnung eine Rolle? Diese Fragen werden im Seminar zum inter- und transkulturellen Lernen thematisiert. Es geht um einen personalen Entwicklungsprozess, in dessen Verlauf sich der Umgang mit der eigenen und fremden Kultur verändert. Ziel ist es, die persönlichen Handlungsoptionen zu erweitern und Sicherheit für das eigene Wirken zu gewinnen. Erfahrungen aus Ihrem Arbeitsalltag werden im Seminar aufgegriffen und bearbeitet. Zusätzlich werden die formalen Kriterien unterschiedlicher Förderprogramme vorgestellt, mit deren Hilfe internationale Jugendbegegnungen für Schülerinnen und Schüler auch in den eigenen Schulalltag integriert werden können.

Inhalte

  • Inter- und transkulturelle Sensibilisierung
  • Vermittlung von Basiskompetenzen im Bereich des inter- und transkulturellen Lernens
  • Bedeutung von Kulturdimensionen
  • Reflexion des eigenen Identitätsverständnisses, von Rolle und Handlungsmöglichkeiten in einer kulturell diversen Gesellschaft
  • Tipps und Hilfestellungen zur Förderung inter- und transkultureller Öffnung
  • Informationen und Praxisbeispiele zu Möglichkeiten und zum Mehrwert internationaler Begegnungs- und Austauschmaßnahmen

Methoden

Gruppendiskussionen, Kleingruppenarbeit, Interkulturelle Übungen, Soziometrische Übungen, Selbstreflexion, Inputs, Austausch

Trainerin

Christin Voigt, toolpool Erfurt

Die Trainerin ist Sozialpädagogin (FH) und Konfliktmanagerin (FH). Sie arbeitet seit 19 Jahren im Bereich der non-formalen Bildungsarbeit und verfügt über intensive Erfahrungen in der Qualifizierung von Fach-kräften auf nationaler wie auch internationaler Ebene. Seit 2014 ist die Trainerin im Landesprogramm Denk Bunt aktiv u. hat mehr als 50 Weiterbildungsveranstaltungen erfolgreich durchgeführt. Der Schwer-punkt ihres Wirkens sind Fortbildungen zum „Inter- und transkulturellen Lernen“ und „Demokratie“. Ihre Erfahrungen, die sie seit zehn Jahren als internationale Trainerin und aktuell als Projektberaterin für das EU-Programm Erasmus+ JUGEND IN AKTION gesammelt hat, bereichern das Seminar. Des Weiteren ist sie vertraut mit dem Anti-Bias- und Diversity-Ansatz sowie in der Moderation von Partizipations-prozessen. Seit 2013 ist die Trainerin mit eigener Firma toolpool selbstständig.

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Angebot-Nr. 1-3-13: Zu Möglichkeiten und Grenzen von Inklusion im pädagogischen Alltag

Träger: Zentrale Wohlfahrtstelle der Juden in Deutschland

Mit der Forderung nach Inklusion wird häufig ein Anspruch auf weitreichende gesellschaftliche Veränderungen erhoben. Diese Entwicklung braucht aber nicht nur den geregelten gesetzlichen Rahmen, sondern sie benötigt ein abgeklärtes Selbstverständnis aller Beteiligten, denn Inklusion ist vorerst eine Haltung, sie beginnt im Kopf und setzt umfassende Reflexionsprozesse voraus. Hierfür ist zunächst die Arbeit an subjektiven Einstellungen der erste Schritt. Im zweiten Schritt ist der Blick auf den institutionellen Kontext sehr bedeutsam. Anschließend können die ‚vertrauten’ Denkabläufe und Arbeitsroutinen im Hinblick auf Inklusionsgedanken analysiert und diskutiert werden. So ist der Auftrag der Inklusion nicht nur eine Vision, sondern gleichzeitig ein Konzept, das in erster Linie die Veränderung des Selbst und Schaffen von inklusiven Strukturen bedeutet.

Die Anerkennung individueller Ausgangsbedingungen der Kinder, nicht als Ausnahme, sondern als Normalität sowie der Bedarf nach einem gleichberechtigten Zugang zur Teilhabe sind Grundvoraussetzungen für eine inklusive Praxis. Allerdings werden Pädagog(inn)en nicht selten ohne Begleitung mit der Umsetzung inklusiver Arbeit konfrontiert.

Der Anti-Bias-Ansatz ist ein offenes Sammelbecken für Grundsätze und Methoden mit vielfaltsbewusster und inklusiver Ausrichtung. Neben seiner methodischen Vielfalt bietet er jedoch Möglichkeiten für systemische Reflexionsprozesse und die Entwicklung vielfaltsbewusster Handlungskompetenz.

Seminarziele

Das Seminar richtet sich an Lehrer(innen) und kann dazu beitragen, ressourcenorientiert und praxisnah in einem gemeinsamen Prozess ‚Inklusionshindernissen’ nachzugehen sowie inklusive Möglichkeitsräume auszuloten. Dies umfasst eine Auseinandersetzung mit eigenen (pädagogischen) Haltungen, aber auch mit Strukturen, in denen Bildung, Beratung und Erziehung stattfinden. Langfristig gesehen können Bedarfe erkannt und inklusive Lernräume etabliert werden, in welchen Schüler(innen) sich nicht trotz, sondern aufgrund ihrer Verschiedenheit anerkannt fühlen sowie individuelle Unterstützung erfahren.

Seminarinhalte

Was brauchen pädagogisch Handelnde, um Schüler(innen) eine vielfaltsbewusste und inklusive Lernumgebung anzubieten? Welche Grundprinzipien bzw. Leitlinien könnten diesen Auftrag in seiner Umsetzung unterstützen? Welche Arbeitsformen sind besonders sinnvoll, um allen Schüler(inne)n einen inklusiven Raum für ihre Entwicklung und Entfaltung zu ermöglichen? Schwierigkeiten vor denen Schüler(innen) in ihrer sozialen Identitätsentwicklung stehen, sind stets mit Gruppen verbunden, zu denen sie sich zugehörig fühlen, oder denen sie von außen zugeordnet werden. Seien es wiederkehrende Anmerkungen zu ihrer körperlichen Verfassung, Herkunft oder Muttersprache, Anspielungen auf ihre sozioökonomische Situation, sexuelle Orientierung der Eltern, oder eben unklar erscheinende geschlechtliche Zuordnung. Bei diesem Thema, das nicht nur individuelle Besonderheiten der Schüler(innen) in den Blick nimmt, sondern auch Fragen nach ihren sozialen Zugehörigkeiten aufwirft, benötigen Pädagog(inn)en tragfähige Einsichten und Handlungskonzepte, die es ihnen ermöglichen, gesellschaftliche Realitäten, die ihnen in ihrer Arbeit in pädagogischen Einrichtungen unwiderruflich begegnen, zu erkennen und zu bewältigen.

Methoden

Aufstellungsmethoden, Rollenspiele, Inklusionschecklisten, Fallbesprechungen, Kleingruppenarbeit, Diskussionen, Einsatz von Medien

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1-31-4: Haupts(pr)ache deutsch?! Zum Umgang mit Mehrsprachigkeit in der Schule

Träger: AWO Kreisverband Jena-Weimar e.V., Fachstelle Interkulturelle Öffnung

Unsere Klassenzimmer werden bunter. Vielfältige Biographien und Sprachkenntnisse der Schülerinnen und Schüler prägen den Schulalltag. Obwohl Mehrsprachigkeit in Deutschland alltäglich ist, wird sie häufig immer noch als Ausnahme betrachtet. Im Seminar wechseln wir die Perspektive und erfahren Mehrsprachigkeit als Normalfall: Wir behandeln die theoretischen Grundlagen von Mehrsprachigkeit, visualisieren Bilder über Sprachen, erforschen Diskriminierung aufgrund von Sprachverwendung und Strategien im Umgang mit Mehrsprachigkeit. Vor dem Hintergrund des Thüringer Bildungsplans diskutieren wir Methoden und Beispiele für einen wertschätzenden und konstruktiven Umgang mit sprachlicher Vielfalt im Unterricht.

Seminarziele

Auf den Grundlagen der aktuellen Mehrsprachigkeitsforschung werden im Seminar Ihr Bewusstsein für sprachliche Ideologien und diskriminierende Sprachpraktiken im (Schul-)Alltag geschärft und Ihnen Strategien zum Umgang mit Mehrsprachigkeit aufgezeigt. Ziel ist es, Sie in Ihrer Rolle als Multiplikatorin und Multiplikator im Bildungssystem zu stärken. Zudem erhalten Sie im Seminar neue Impulse, Methoden und Instrumente für die Gestaltung eines mehrsprachigkeitsoffenen Schulalltags.

Inhalte

  • Grundlagen der Mehrsprachigkeit: Definition, Typen, Bedeutung, kognitive Grundlagen, Relevanz für den Schulalltag, Bildungsplan
  • Einstellungen über Mehrsprachigkeit: Linguizismus (Diskriminierung aufgrund von Sprachverwendung), Sprachideologien
  • Strategien im Umgang mit Mehrsprachigkeit und Transfer in den Schulalltag:
    Kommunikation erleichtern z.B. durch Sprachanimation, einfache Sprache, Materialien Mehrsprachigkeit wertschätzen z.B. bei pädagogischen Angeboten, Projekten, in den Räumen der Schule

Methoden

Input, Selbsterfahrungsübungen, Gruppendiskussion, Analyse von Medieninhalten, Reflexionsfragen, Sprachanimation, Filmausschnitte, Transferübung, Ansichtsmaterial

Trainerin

Tina Czada, AWO Kreisverband Jena-Weimar e.V., Fachstelle Interkulturelle Öffnung

Die Trainerin studierte Interkulturelle Europa-Studien (M.A.) und Medien und Kommunikation (B.A.) in Deutschland und Frankreich und absolvierte die Zusatzausbildungen Mehrsprachigkeitsberatung und Internationale Handlungskompetenz. Sie studierte und arbeitete in Deutschland, Frankreich, Ecuador und Norwegen und spricht Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Norwegisch und Bairisch. Neben ihrer Tätigkeit in der Fachstelle Interkulturelle Öffnung lehrt sie an der Universität Regensburg im Zusatzstudium Mehrsprachigkeitsberatung und ist als Referentin beim Bezirksjugendring Oberpfalz zum Thema Mehrsprachigkeit tätig.

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1-31-9: „Wenn es um die Wurst geht!?“ - Religionssensible pädagogische Arbeit mit Schwerpunkt auf Kinder und Jugendliche mit muslimischem Hintergrund

Träger: Kindersprachbrücke Jena e.V.

Religiöse Vielfalt begegnet pädagogischen Fachkräften Tag für Tag. Unsicherheiten für die berufliche Praxis entstehen vor allem angesichts des Themas „Islam“. Es kommt vor, dass die Anerkennung und Wertschätzung von Vielfalt, dann besonders herausfordernd ist, wenn muslimische Kinder und Jugendliche bzw. deren Familien neue, unbekannte Sichtweisen, Traditionen oder Ansprüche mitbringen. Fragen die sich in diesem Kontext stellen sind:

  • Wie reagiere ich auf religiös begründete Wünsche, die den gewohnten, pädagogischen Routinen widersprechen?
  • Welche Rolle spielen bestimmte Feste und Feiern in den Familien?
  • Wie kann ich mit Kindern und Jugendlichen und deren Familien über ihre Religion ins Gespräch kommen? Was bedeutet es für sie, Muslim zu sein?

Seminarziele

Ziel des Seminars ist eine Auseinandersetzung mit vorurteilsbewusster religionssensibler pädagogischer Arbeit, die Gemeinsamkeiten in den Blick nimmt und Ausgrenzung vermeidet. Es werden Grundlagen des Islams als Glaubenspraxis in Familien vermittelt, die die Basis für eine faktenorientierte und differenzierte Auseinandersetzung schaffen. Fragen der Identitätsbildung und Anerkennung sollen den Blick auf individuelle, situative oder familienkulturelle Zusammenhänge öffnen und die Lösung potenzieller Konflikte erleichtern. Anhand Ihrer alltagsrelevanten Fälle wird eine auf Hintergrundwissen und professioneller Haltung beruhende Bandbreite an Lösungsmöglichkeiten erarbeitet und diskutiert. Ziel ist es, eine größere Handlungssicherheit im Umgang mit religiös-begründeten Themen zu erreichen.

Inhalte

  • Muslime in Deutschland – Religion und Identität im Kinder- und Jugendalter
  • Reflexion eigener Handlungsroutinen und pädagogischer Konzepte
  • Auseinandersetzung mit eigener religiös-kultureller Prägung
  • Anregungen zum wertschätzenden Umgang mit religiöser Vielfalt

Methoden

Die Angebote sind methodisch vielfältig aufbereitet und verknüpfen grundlegende theoretische Erkenntnisse mit bewährten Ideen und Modellen aus der Praxis.

Trainerin

Antje Ebersbach, Kindersprachbrücke Jena e.V.

Seit mehr fünfzehn Jahren ist der Verein Kindersprachbücke Jena e.V. in der Bildungsarbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aktiv. In verschiedenen Arbeitsfeldern und Projekten wird der Ansatz des vielfaltsbewussten Arbeitens in der täglichen Praxis umgesetzt. Diese langjährige Erfahrung lässt der Verein in die Beratungs- und Weiterbildungsangebote seines neu gegründeten „Institutes für interkulturelle pädagogische Praxis (IIP)“ einfließen.

Die Trainerin ist Diplom-Sozialpädagogin und interkulturelle Trainerin und arbeitet im Bereich Weiterbildung und Fachkräfteberatung bei der Kindersprachbrücke Jena. Sie verfügt über langjährige Erfahrung in der Erwachsenenbildung von Erzieherinnen und Erziehern zu den Themen interkulturelle Kompetenz, Kommunikation, globales Lernen.

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1-4-14: Der große kleine Unterschied

Träger: Institut GLEICH Weimar

Früher gab es Männer und Frauen. Heute können User bei Facebook aus über 50 Möglichkeiten zur Identität wählen. Das eigene Geschlecht, die klare Grenze zwischen Männlich und Weiblich, scheint plötzlich verhandelbar zu sein. Ist das eine überfällige Befreiung oder übertriebene politische Korrektheit? In der Diskussion um den kleinen Unterschied tun sich große Gräben auf. Die plötzliche Vielfalt der Geschlechter verwirrt. Oder hat es sie schon immer gegeben? Die Wahrnehmung der Normalität verändert sich und hinterlässt Fragezeichen. Geschlechtsidentität, sexuelle Orientierung, gesetzliche Grundlagen, dieses Seminar wird sensibilisieren und dazu beitragen eigene Erkenntnisse zu gewinnen. Bitte bringen Sie für das Seminar Ihr Lieblingskinderbuch mit, das Sie gerne vorlesen und/oder ein Schulbuch, mit dem Sie oft arbeiten.

Seminarziele

Eine an Vielfalt orientierte Bildung und Erziehung macht unterschiedliche geschlechtliche und sexuelle Identitäten sichtbar und begegnet diesen mit Wertschätzung. Sie ermöglicht es, Kindern altersgemäß über Fragen zu diesem Thema zu sprechen, gerade auch, wenn diese fühlen, dass sie nicht in die gesellschaftlich gesetzten Normen passen. Dafür benötigen Pädagoginnen und Pädagogen Gender-Kompetenz. Sie müssen Vorurteile und Stereotype erkennen können und mit den anvertrauten Kindern und Jugendlichen reflektieren. Eine Pädagogik der Vielfalt bezogen auf die Sexualerziehung hält Geschlechterrollen für historisch und kulturell definiert, sieht verschiedene Beziehungsformen als gleichwertig an, respektiert Selbstdefinitionen wie selbst gewählte Geschlechter, stellt Vielfalt repräsentierende Biografien vor und verwendet eine geschlechtergerechte Sprache. Um Sie dafür zu befähigen werden Begriffe geklärt, Werte und Vorstellungen sichtbar, verschiedene Geschlechtertypen vorgestellt. Für den eigenen Umgang mit Geschlechtervielfalt wird sensibilisiert und die eigene Haltung überprüft. Ziel des Seminars ist es, mit reflektiertem Wissen zu mehr Sicherheit im Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt beizutragen und diese vermitteln zu können.

Inhalte

  • Begriffsdefinitionen und Abgrenzungen
  • Geschlechtsidentitäten und Genderausdrucksformen
  • Geschlechtersensible Sprache
  • Gesetzliche Grundlagen
  • Normen und Wertevorstellungen in Bezug auf Geschlechtlichkeit

Methoden

Vorträge und Selbsterarbeitung, Plenumsdiskussionen, Positionierung und Aufstellung, Erfahrungsaustausch, Kleingruppengespräche, (Selbst-)Reflektion, Buchanalyse

Trainerin

Ilona Helena Eisner, Gründerin des „Institut GLEICH“

Die Dipl.-Sozialpädagogin (FH) arbeitete u.a. als Bildungsreferentin, Geschäftsführerin und Leiterin der Thüringer Elternakademie. Mit Zusatzausbildungen in den Bereichen Spiel- und Theaterpädagogik, Suggestopädie (ganzheitliches Lernen), systemische Beratung und als diplomierte Management-Referentin erwarb sie sich weitere Grundlagen für die Erwachsenenbildung. Die Trainerin ist seit über zehn Jahre als teilselbstständige Bildungsreferentin und Moderatorin in Kindertageseinrichtungen, Bildungsinstituten und für freie Träger tätig.

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1-4-15: „Ein Glücksgefühl, so angesprochen zu werden, wie ich bin.“ Vielfalt von Geschlecht und sexueller Orientierung in der Schule

Träger: Land/Staudenmeyer Bildungsarbeit (GbR)

Was ist LSBTIQ, wer ist queer und (warum) muss ich das als Lehrkraft eigentlich wissen? Was kann ich tun, wenn Jugendliche schwul als Schimpfwort verwenden? Wie kann es sein, dass Jugendliche, die lesbisch, schwul, bisexuell, transident, intergeschlechtlich oder queer sind, in meiner Klasse gar nicht auftauchen, unsichtbar sind?

Diesen und vielen weiteren Fragen widmet sich das Tagesseminar über die Vielfalt von Geschlecht und sexueller Orientierung im Aufwachsen von jungen Menschen. Wir klären, was in diesem Kontext mit Vielfalt gemeint ist, was sich hinter den oft verwendeten Begriffen verbirgt und was wir im Schulalltag tun können, dass sich alle Schülerinnen und Schüler unabhängig von ihrer Geschlechtsidentität und sexuellen Orientierung anerkannt und wohl fühlen.

Seminarziele

  • Sensibilisierung für die Vielfalt von Geschlecht und sexueller Orientierung und deren Bedeutung in der schulischen Bildung
  • Erwerb von Grundlagenwissen im Kontext der Vielfalt von Geschlecht und sexueller Orientierung
  • Erwerb von Wissen über die Lebenssituationen und Bedarfe von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transidenten, intergeschlechtlichen und queeren (LSBTIQ) Jugendlichen und deren Situation an Schulen
  • Kennenlernen von Handlungsmöglichkeiten für eine vielfaltssensible Pädagogik in der Schule und Reflexion der eigenen Praxis

Inhalte

  • Begriffe und Konzepte rund um Vielfalt von Geschlecht und sexuelle Orientierung
  • Homophobie und Transphobie im Kontext weiterer Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und verschiedener Ebenen von Diskriminierung
  • Rechtliche Situation von LSBTIQ-Personen und geschichtliche Entwicklung
  • Situation von LSBTIQ-Jugendlichen an Schulen und allgemeine Lebenssituationen von LSBTIQ-Jugendlichen
  • Arbeit an (eigenen) Fallbeispielen, Austausch über die eigene berufliche Praxis und Handlungsmöglichkeiten
  • Einblick in „Good Practice“-Beispiele im schulischen Kontext und Überblick über die Beratungslandschaft sowie weiterführende Materialien für die Berücksichtigung der Vielfalt von Geschlecht und sexueller Orientierung

Methoden

Multimedialer und interaktiver Input, Plenumsdiskussion, Kleingruppenarbeit, Arbeit an Fallbeispielen, praktische Übungen

Trainerin und Trainer

Bettina Staudenmeyer oder Volker Land, Land/Staudenmeyer Bildungsarbeit (GbR)

Bettina Staudenmeyer (MA) ist freiberufliche Sozialwissenschaftlerin in Jena und arbeitet an den Schnittstellen von Forschung und pädagogischer Praxis. Seit 2011 führt sie Bildungsarbeit in den Themenbereichen Geschlecht, sexuelle Orientierung, Gleichstellung, Vielfalt/Diversität und Sexualpädagogik durch. 2016 erschien unter ihrer wissenschaftlichen Mitarbeit die Expertise „Ein Glücksgefühl, so angesprochen zu werden, wie ich bin. Vielfalt von Geschlecht und sexueller Orientierung in der Jugendarbeit in Baden-Württemberg“. Sie arbeitet unter anderem als freie Mitarbeiterin für das Forschungsinstitut tifs.

Volker Land ist freiberuflicher Trainer in der historischen und politischen Jugend- und Erwachsenenbildung und forscht zur Geschichte der Konflikte um das Asylrecht in Deutschland. Er arbeitet seit 2013 mit Jugendlichen und jungen Erwachsen u.a. in den Themenbereichen Geschlecht, sexuelle Orientierung und Kritische Männlichkeit.

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1-4-16: Das ist doch voll schwul! Vorurteilsbewusster Umgang mit Anderssein und Gendervielfalt in der Schule

Träger: Verein für Vielfalt in Sport und Gesellschaft e.V.

Das Wort „schwul“ (oder auch „Schwuchtel“) ist das meist gebrauchte Schimpfwort einer verrohten Jugendsprache. „Transe“ oder „Kampflesbe“ werden unreflektiert benutzt, um Menschen abzuwerten. Oft fehlt es an Sensibilität im Umgang mit von der vermeintlichen „Norm“ abweichenden Identitäten und Orientierungen. Anders fühlende Kinder und Jugendliche sehen sich häufiger Suizidgedanken ausgesetzt. Das vom Umfeld aufgezwungene „Versteckspiel“ kann zu erhöhter Fremdaggression führen, was negativ auf Klassenklima und Schulkultur wirkt. Solange schwule Lehrer oder lesbische Sozialarbeiterinnen an Thüringer Schulen unsichtbar bleiben, können sich Vorurteile und Hass weiter verbreiten. Daher bekennt sich der Freistaat Thüringen auch zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt in Art. 2 Abs. 3 der Verfassung „Niemand darf wegen … seines Geschlechtes oder seiner sexuellen Orientierung bevorzugt oder benachteiligt werden.“

Der aktuelle Thüringer Bildungsplan benennt als Ziel, ein diskriminierungsfreies Lernumfeld zu schaffen und mehr gesellschaftliche Akzeptanz von LSBTTIQ* zu fördern. Die gleichberechtigte Darstellung und Vermittlung von unterschiedlichen Lebensweisen und Familienmodellen sollte ein elementarer Bestandteil formaler Bildung sein.

Seminarziele

  • Sensibilisierung für das Themenfeld „Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt“ an der Schule
  • Klärung von Begrifflichkeiten wie Geschlecht, „Sex und Gender“, Heteronormativität, geschlechtliche Identität und sexuelle Orientierung sowie Kenntnis über den pädagogischen Bezug der sog. „Gender-Debatte“
  • Sicherheit im Umgang mit sog. „Schimpfwörtern“ und beleidigenden Äußerungen, bei der Elternarbeit und der Weitergabe von Beratungsangeboten

Inhalte

  • Wie leben lesbische, schwule, bisexuelle, trans-, intergeschlechtliche und queere Menschen (LSBTTIQ*)? Welchen Nutzen hat deren Sichtbarkeit für das Umgangsklima in der eigenen Schule?
  • Welche Rechtsgrundlagen existieren für die verschiedenen Lebensweisen und Familienmodelle? Was besagt das Personenstands- und Familienrecht? („Geburtsregister“, „Geschlechtsumwandlung“, „Eingetragene Lebenspartnerschaft“/“Ehe für alle“, „Regenbogenfamilien“ u.a.)
  • Wie kann mit Schüler*innen, Eltern und im Kollegium über das Themenfeld gesprochen und pädagogisch-konzeptionell gearbeitet werden? Welche Argumentation hilft gegen Vorurteile und Diskriminierung im beruflichen und privaten Umfeld?

Methoden

interaktive und multimediale Inputs (Powerpoint und Videos), moderierte Diskussionen, Kleingruppenarbeit an Praxisbeispielen und Fallanalysen

Trainerin

Kathrin Schuchardt, Verein für Vielfalt in Sport und Gesellschaft e.V.

Seit 2003 arbeitet die studierte Diplomlehrerin als freiberufliche Bildungsreferentin und Demokratiepädagogin für verschiedene Bildungsträger in Thüringen und anderen Bundesländern. Ihr praktischer Horizont als Sozialarbeiterin erstreckt sich von Erfahrungen in der Stationären Jugendhilfe, Offenen Jugendarbeit/Streetwork über Konfliktmanagement/Mediation

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