Konzeptauswahlverfahren für die Koordination des Fortbildungsprogramms im Rahmen des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit

Auftraggeber:

Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport
Referat 42 – Jugendpolitik
Werner-Seelenbinder-Straße 7
99096 Erfurt

Vergabeverfahren: Konzeptauswahlverfahren

Ausführungsort: Thüringen

Beschreibung der Aufgaben:

Das Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit sieht in Kapitel 4.8 die Entwicklung und Umsetzung von Qualifizierungsangeboten für spezifische Zielgruppen vor. Zur Umsetzung dieses Auftrags wurden in einem Konzeptauswahlverfahren in 2017 16 Anbieter gefunden, die insgesamt ca. 130 verschiedene Bildungsbausteine erstellen und umsetzen werden. Als Orientierungsrahmen für die Qualifizierungsangebote steht der derzeit aktuelle Katalog der Bildungsbausteine (unter www.denkbunt-thueringen.de) zur Verfügung, der Angaben zu Qualifizierungs- und Fortbildungsbereichen einerseits und zu Zielgruppen dieser Maßnahmen andererseits enthält.

Dieses Verfahren zielt auf die Koordinierung der Umsetzung des Fortbildungsprogramms im Rahmen des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit ab Dezember 2017. Vorbehaltlich der Bewilligung und tatsächlichen Verfügbarkeit von Haushaltsmitteln ist geplant, die Koordinierung für fünf Jahre jeweils jährlich mit demselben Träger zu vereinbaren. Der Auftragnehmer ist die Schnittstelle zwischen dem zuständigen Ministerium, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie den Anbietern der Bildungsbausteine. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Bildungsbausteine sollen sich wie bisher v.a. in Gruppen, ggf. auch einzeln zu den Fortbildungen anmelden können. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Bildungsbausteine sollen sich wie bisher sowohl beim jeweiligen Träger als auch über die zu errichtende Internetseite zu den Fortbildungen anmelden können. Die Bildungsveranstaltungen sollen weiterhin sowohl als aufsuchendes Angebot (Inhouse-Veranstaltung) als auch als Tagesseminare angeboten werden.

Die Aufgaben im Einzelnen sind:

Veröffentlichung der Bildungsbausteine / externe Öffentlichkeitsarbeit / Teilnehmerakquisition

In Absprache mit dem zuständigen Ministerium ist fortlaufend eine Strategie zur Akquisition der Zielgruppen zu erarbeiten und zu aktualisieren, um die Sicherstellung von bis zu 400 Tagesveranstaltungen pro Jahr zu gewährleisten.

Teilnahme-Erfassung

Interessentinnen und Interessenten können sich auf der zu erstellenden Fortbildungsprogrammseite und bei den einzelnen Fortbildungsanbietern online, per Fax, Mail oder Post anmelden und werden entsprechend erfasst.

Teilnahme-Monitoring

Der Auftragnehmer informiert das zuständige Ministerium kontinuierlich über den Umfang der angemeldeten und teilgenommenen Zielgruppen sowie zur Nachfrage der Tagesseminare und Inhouse-Veranstaltungen.

Programmdokumentation und -entwicklung

Der Auftragnehmer verwaltet nach den Tagesseminaren und Inhouse-Veranstaltungen die Teilnehmer-Listen und wirkt anhand von Seminarbewertungen der Teilnehmer an der Fortentwicklung des Programms mit. Der Auftragnehmer führt die von der Evaluation des Fortbildungsprogramms eingeführte Datenbank mit den Bewertungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer weiter und stellt dem zuständigen Ministerium regelmäßig und auf Anfrage aufbereitete Auswertungen dieser Daten zur Verfügung.

Modalitäten:

Das Verfahren richtet sich an freie Träger mit Erfahrung im Bereich Fortbildungsmanagement. Für die Koordinierung der Umsetzung der Qualifizierungsangebote kommen nur solche Anbieter infrage, die sich nicht selbst an der Umsetzung der Qualifizierungsangebote beteiligen.

Der Versand einer weiteren Leistungsbeschreibung ist nicht vorgesehen. Bei Rück­fra­gen stehen Herr Dr. Hallermann (0361 / 5734 11284) und Frau Zachow (0361 / 5734 11422) zur Verfügung.

Einsendeschluss: Angebote sind bis zum 15. Oktober 2017 (Poststempel – keine Frei­stempler) an die o. g. Anschrift zu richten.

Angebote sind – rechtsverbindlich unterschrieben – in einem verschlossenen Umschlag mit der Aufschrift „Konzeptauswahlverfahren für die Koordinierung des Fortbildungsprogramms im Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit“ und dem Hinweis „Nicht öffnen“ an die o. g. Anschrift zu richten.

Zur Beteiligung am Konzeptauswahlverfahren ist die Abgabe eines Angebotes erforderlich, das mindestens folgende Punkte beinhalten muss:

  • Darstellung des Trägers, insbesondere seine Erfahrungen, Referenzen und einschlägiger Vorarbeiten im Bereich der Durchführung und Koordinierung von Fortbildungsprogrammen
  • Darstellung eventuell bereits bestehender Kooperationen mit den Zielgruppen
  • Darstellung eventuell bereits bestehender Kooperationen mit den Fortbildungsanbietern
  • Ausführlicher Lebenslauf oder Darstellung der Qualifikation derjenigen Person, die für die Koordinierung eingesetzt werden soll
  • Darstellung der Kostenkalkulation für das Angebot

Auswahlkriterien:

  • Fachliche Beurteilung des eingereichten Konzeptes
  • Referenzen und Erfahrungen des Anbieters
  • Wirtschaftlichkeit des Angebotes

Weitere Informationen zum Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit können der Programmhomepage unter www.denkbunt-thueringen.de entnommen werden.

Erfurt, den 31. August  2017

Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport
Referat 42 – Jugendpolitik

Die Beschreibung steht hier im Download zur Verfügung: Koordinierung der Fortbildungsangebote

Sommertagung des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit [17.8.2017]

Am 17. August 2017 wird im Augustinerkloster zu Erfurt die Sommertagung des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit stattfinden. In der Zeit von 9.30 bis ca. 16.00 Uhr widmet sich die Tagung in diesem Jahr dem Themenfeld Rechtspopulismus und Demokratieverständnis.

Als Hauptreferentin konnte Frau Dr. Stine Marg vom Göttinger Institut für Demokratieforschung gewonnen werden. Im Anschluss an ihren Vortrag „Gute Seiten, schlechte Seiten: Pegida und NoPegida als Produkt der Zivilgesellschaft: über die Protestierenden und ihre Motive.“ werden  in verschieden Workshops Thesen des Umgangs mit Rechtspopulismus debattiert. In der abschließenden Podiumsdiskussion wird die Frage diskutiert, wie Zivilgesellschaft in der Auseinandersetzung mit Rechtspopulismus gestärkt werden kann.

Den Programmablauf entnehmen Sie bitte hier. Anmeldungen sind bis zum 4. August 2017 über info@denkbunt-thueringen.de möglich.

[Konzeptauswahlverfahren] Förderung eines Modellprojektes zur Prävention von Islamismus

Das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport beabsichtigt, im Rahmen einer Förderung durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, am Demokratiezentrum bzw. an der Landeskoordinierungsstelle des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit ein Modellprojekt zur Prävention von Islamismus zu fördern.

Insbesondere vor dem Hintergrund der Ergebnisse des aktuellen Thüringen-Monitors, mit hohen Zustimmungswerten zu islamfeindlichen Einstellungsmustern, und gleichzeitig vereinzelt aufgetretener Beispiele einer Hinwendung zu einem gewaltorientierten Islamismus, soll ein landesweit verfügbares, mobiles Informations- und Fortbildungsangebot für Multiplikator/innen und die Etablierung einer Empowermentstruktur für muslimische Jugendliche gefördert werden.

Aufgaben der Anlaufstelle sind:

  • Bereitstellung eines Bildungsangebotes zur Radikalisierungsprävention für Zugewanderte, insbesondere Geflüchtete
  • Bereitstellung eines Fortbildungs- und Coachingangebotes zur Prävention von Islam- und Muslimfeindlichkeit für Multiplikator/innen
  • Aufbau eines Kommunikationsnetzwerkes mit den Thüringer Moscheegemeinden
  • Etablierung einer Empowermentstruktur für muslimische Jugendliche
  • Bereitstellung eines Interventionsangebotes bei einer vermuteten oder tatsächlichen Hinwendung zum gewaltorientierten Islamismus

 Auf Basis der Leitlinien des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ kann das Angebot mit bis zu 163.000 € pro Jahr gefördert werden. Bei einem geplanten Beginn des Projektes zum 1. September 2017 ist eine Förderung von bis zu 55.000 € bis zum Jahresende 2017 möglich.

Die Laufzeit des Projektes endet zunächst am 31. Dezember 2017 und soll – vorbehaltlich der Bereitstellung entsprechender Mittel des Bundes und des Landes – jeweils jährlich bis maximal zum 31. Dezember 2019 verlängert werden.

Anträge auf Förderung der o.g. Maßnahme reichen Sie bitte unter Verwendung des in der Anlage befindlichen Formblatts des Bundes ein.

Bei der Entscheidung über die Förderung werden seitens des TMBJS folgende Kriterien zugrunde gelegt:

  • fachliche Eignung und Erfahrungen des Trägers,
  • fachliche Beurteilung des eingereichten Konzeptes,
  • Wirtschaftlichkeit des Angebotes

Bitte reichen Sie Ihre Konzeptvorschläge formgebunden und rechtsverbindlich unterschrieben bis zum 26. Juli 2017 im

Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport
Referat 42 – Jugendpolitik
Werner-Seelenbinder-Straße 7
99096 Erfurt

ein.

Für weitere Fragen steht Ihnen Frau Zachow, per Mail unter Anja.Zachow@tmbjs.thueringen.de oder telefonisch unter 0361 57 3411 422 gern zur Verfügung.

Bildungsministerium lobt Jugendbeteiligungspreis aus

Preis will „Ideen junger Menschen Wirklichkeit werden lassen“

Das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport lobt einen Jugendbeteiligungspreis aus. Mit dem erstmals zu vergebenden Preis sollen vier Projekte gefördert werden, in denen sich junge Menschen engagieren. Ziel ist es, junge Menschen, die sich für gesellschaftliche Themen einsetzen möchten, zu unterstützen.

In Thüringen gibt es vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten und -gremien für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Sie wirken an der Gestaltung ihrer Region mit und setzen sich vor Ort aktiv für eine lebendige Demokratie ein. Das Spektrum reicht von Initiativen für eine Skaterbahn, über örtliche Jugendparlamente bis hin zu Onlineprojekten. Auch Kunstaktionen, Hilfsprojekte oder Bildungsinitiativen werden von jungen Menschen maßgeblich geprägt. Häufig entstehen sie aus kleinen Ideen und wachsen zu praktischen Initiativen heran.

Jugendstaatssekretärin Gabi Ohler macht deutlich: „Das was diese jungen Menschen leisten, ist wichtiger Kitt für die Gesellschaft. Mit dem Jugendbeteiligungspreis erhalten junge Menschen die Möglichkeit ihre eigenen Projekte zu realisieren. Der Preis verfolgt dabei eine sehr praktische Idee. Zum einen ermöglicht er, Ideen Wirklichkeit werden zu lassen. Zum anderen ist der Preis auch eine öffentliche Wertschätzung und Anerkennung für das wichtige Engagement junger Menschen.“ Zu den Besonderheiten des Preises gehöre, so Ohler, dass es die jungen Leute selbst sind, die die Preisträger küren.

Alle vorgeschlagenen Projekte können Vertreterinnen und Vertreter zu einer ganztägigen Ideenwerkstatt entsenden. Dort können die eigenen Ideen beworben werden. Alle Teilnehmenden stimmen dann darüber ab, welche Ideen weitergeführt, finanziell gefördert und umgesetzt werden sollen. Die Regeln zur Entscheidungsfindung bestimmen dabei die Teilnahmenden gemeinsam. Die Ideenwerksatt findet am 5. August 2017, ab 10:00 Uhr in Erfurt statt.

Insgesamt stehen 4.000 Euro für die Umsetzung von bis zu vier Projektideen zur Verfügung. Der Thüringer Jugendbeteiligungspreis 2017 will so selbstorganisierte Entscheidungsprozesse stärken und den Austausch aktiver junger Menschen in Thüringen fördern.

Die so entstanden Projekte werden im Rahmen der feierlichen Verleihung des „Thüringer Demokratiepreises“ Ende des Jahres öffentlich präsentiert.

Auf der Internetseite jugendbeteiligungspreis.mitbestimmung.online stehen weiterführende Informationen zum Bewerbungsverfahren bereit. Projektideen sind einzureichen bis zum 31. Juli 2017 an jugendbeteiligungspreis@mitbestimmung.online

Antrags- und Vorschlagsrunde für den Thüringer Demokratiepreis eröffnet

Das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport lobt auch im Jahr 2017 den „Thüringer Demokratiepreis“ aus. Mit dem Preis werden Initiativen und Personen ausgezeichnet, die kontinuierliche und innovative Arbeit für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit leisten.

Thüringens Bildungs- und Jugendstaatssekretärin Gabi Ohler macht deutlich: „Der Preis ist ein Beitrag für die öffentliche Wertschätzung und Anerkennung von Menschen, Vereinen und Initiativen, die aktiv für ein demokratisches Miteinander eintreten und dabei neue Ideen umsetzen.“ Vorgeschlagen werden können Vereine, Netzwerke und Bürgerbündnisse, Jugendinitiativen sowie regionale Projekte insbesondere aus den Lokalen Aktionsplänen in Thüringen. Auch Bewerbungen sind möglich. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit Einzelpersonen zu nominieren.

Die drei Hauptpreise sind mit insgesamt 6.000 Euro dotiert. Zusätzlich werden vier mit 500 Euro dotierte Anerkennungspreise verliehen. Die Auswahl der Preisträger erfolgt durch eine Jury unter Vorsitz von Staatssekretärin Gabi Ohler.

Für die Auswahl werden insbesondere folgende Kriterien zu Grunde gelegt:
• Die Umsetzung von innovativen bzw. kreativen Ideen in der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus bzw. gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.
• Besondere Erfolge, die in der Arbeit für eine demokratische und offene Alltagskultur erzielt wurden.
• Die Arbeit von Personen oder Projekten die sich in einem besonders schwierigen Umfeld gegen Rechtsextremismus engagieren.
• Personen oder Projekte die auf ein langjähriges kontinuierliches Engagement im Themenfeld verweisen können.

Der Bewerbungs- bzw. Vorschlagsbogenbogen steht auf der Website des Landesprogramms unter der Rubrik „Demokratiepreis“ zum Download bereit. Die Bewerbungsfrist endet am 15. September 2017.

[Öffentliche Ausschreibung] Konzeption und Produktion Imagebroschüre

Das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport schreibt aktuell die Konzeption und Produktion einer Publikation mit dem Arbeitstitel „Imagebroschüre Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit“ aus. Ausschreibungsfrist ist der 6. Juni 2017. Detaillierte Informationen sowie einzureichende Unterlagen finden Sie auf der Website des Ministeriums.

[Öffentliche Ausschreibung] Wissenschaftliche Begleitung der Thüringer Partnerschaften für Demokratie

Das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport schreibt aktuell die wissenschaftliche Begleitung der Lokalen Partnerschaften für Demokratie im Rahmen des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit aus. Ausschreibungsfrist ist der 2. Mai 2017. Detaillierte Informationen sowie einzureichende Unterlagen finden Sie auf der Website des Ministeriums.

Überarbeitetes Landesprogramm für Demokratie, Toleranz uns Weltoffenheit vorgestellt

Staatssekretärin Ohler: „Deutliche Weiterentwicklung unter breiter zivilgesellschaftlicher Beteiligung“

Staatssekretärin Ohler bei der Präsentation
Staatssekretärin Ohler bei der Präsentation

Staatssekratärin Gabi Ohler hat heute im Rahmen einer Pressekonferenz das überarbeitete „Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit“ vorgestellt. Als Konsequenz aus den Ergebnissen des ersten NSU-Untersuchungsausschusses des Thüringer Landtags hatten sich die rot-rot-grünen Regierungspartner in ihrem Koalitionsvertrag darauf geeinigt, die inhaltliche Ausrichtung des Programms weiterzuentwickeln.

„Ohne ein breites zivilgesellschaftliches Engagement aller demokratischen Kräfte kann ein solches Programm keine Wirkung entfalten. Deshalb haben wir besonders großen Wert auf eine möglichst vielfältige Beteiligung im Überarbeitungsprozess gelegt. Neben einem interministeriellen Arbeitskreis beschäftigte sich eine breit aufgestellte zivilgesellschaftliche Arbeitsgruppe aus Vertretern unterschiedlicher Religionsgemeinschaften, von Bürgerbündnissen und Verbänden sowie Vertretern der kommunalen Spitzenverbände und der Thüringer Wirtschaft mit dem Programm. Der nun vorliegende Text bildet den Konsens aller Diskussionsteilnehmer.“

Dies betonte auch der stellvertretende Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Sandro Witt, der den Prozess über ein Jahr lang als einer der Moderatoren der zivilgesellschaftlichen Arbeitsgruppe begleitete: „Das ausgearbeitete Programm bietet einen guten Rahmen, um sich für Teilhabe und Veränderung und damit für die Demokratie stark zu machen. Wir laden zivilgesellschaftliche Organisationen dazu ein, von den zahlreichen Angeboten des Landesprogramms Gebrauch zu machen. Nur gemeinsam können wir menschenfeindliche Einstellungen zurückzudrängen und Wege aufzeigen, wie eine zukunftsorientierte aktive Teilhabe möglich ist. Das Landesprogramm ist unter breiter Beteiligung von Verbänden, Initiativen und Gewerkschaften überarbeitet worden, um es auf eine ebenso breite Basis zu stellen und für möglichst viele Menschen Angebote und Orientierung bereitzuhalten. Deshalb freuen wir uns auch, dass fortan die öffentliche Verwaltung viel stärker und konkreter in das Programm eingebunden ist. “

Das überarbeitete Landesprogramm unterstützt wie bisher alle zivilgesellschaftlich Engagierten, beschreibt aber nun auch die Felder notwendigen staatlichen Handelns und führt beide Ebenen in einer Gesamtstrategie zusammen. Die wichtigsten Veränderungen im Überblick:

  1. Die neue inhaltliche Schwerpunktsetzung liegt auf einer Strategie gegen Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und will den damit verbundenen Ungleichwertigkeitsvorstellungen begegnen. Dabei rückt in den Fokus, dass diskriminierende, menschenfeindliche und antidemokratische Einstellungen ein gesamtgesellschaftliches Problem und nicht nur an den Rändern zu finden sind.
  1. Die Handlungsfelder des Programms sind zukünftig nach primärer, sekundärer und tertiärer Prävention, nach den verschiedenen Bereichen der Landespolitik und des Regierungshandelns strukturiert. Damit ist das neue Programm klarer gegliedert und bietet den Projektträgern gleichzeitig die Freiheit, in Eigenverantwortung spezifische Konzepte und Maßnahmen umzusetzen.
  1. Das Themenfeld Bekämpfung von „Homo- und Transphobie“ soll im derzeit unter Federführung der Thüringer Staatskanzlei erarbeiteten „Landesprogramm für Akzeptanz und Vielfalt“ behandelt werden. Um dabei vorhandene Ressourcen zu bündeln und sie in ihrer Wirkweise zu optimieren, werden die beiden Landesprogramme aufeinander abgestimmt.
  1. Die bereits bestehenden Strukturprojekte wurden um präventive Angebote in der Schule, der außerschulischen Kinder- und Jugendbildung sowie um die Förderung begleitender Dokumentation und Forschung erweitert.
  1. Nicht zuletzt wurden die Rollen und Aufgaben des federführenden Ministeriums, des interministeriellen Arbeitskreises und des Programmbeirates klarer beschrieben.

„Damit hat das neue Programm eine deutliche Entwicklung genommen. Denn eines steht fest: Die Herausforderungen an Demokratiebildung, Toleranz und Weltoffenheit werden nicht weniger. Mit dem Landesprogramm bringen wir einmal mehr unsere Unterstützung und Ermutigung für das bedeutende Engagement vieler Einzelpersonen, Vereine und Verbände zum Ausdruck, die sich fortwährend und oft unter hohem persönlichem Einsatz für eine offene und vielfältige Gesellschaft einsetzen“, schließt Ohler.

Die überarbeitete Fassung des Landesprogrammes wurde am 13. Dezember 2016 vom Kabinett der Thüringer Landesregierung beschlossen und wird nun dem Thüringer Landtag zugeleitet.

Das überarbeitete Programm können Sie hier downloaden:

Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit

Ministerin Klaubert erschüttert über Angriff auf Begegnungsstätte in Weida

Mit großer Betroffenheit hat Thüringens Ministerin für Bildung, Jugend und Sport, Birgit Klaubert, die Nachricht vom Anschlag auf eine interkulturelle Begegnungsstätte in Weida (Landkreis Greiz) aufgenommen. In der Nacht zum 2. Oktober hatten Unbekannte die Scheiben und Türen der Begegnungsstätte in der Weidaer Schlossstraße eingeschlagen.

„Das gesellschaftliche Klima hat sich in den letzten Monaten zunehmend verschlechtert. Immer häufiger werden aus kalten Worten brutale Taten. So wird versucht, ein Klima der Angst zu schüren. Das aber können und wollen wir nicht hinnehmen“, macht Klaubert deutlich. Deshalb, so die Ministerin, habe man mit dem Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit eine unverzichtbare Unterstützung für zivilgesellschaftliches Engagement. Hier können sich Ehrenamtliche, Vereine und Projekte miteinander vernetzen und auch finanzielle Hilfen erhalten.

Dieser Übergriff reihe sich in eine zunehmende Zahl von Bedrohungen und Diffamierungen auf Projekte und Engagierte des Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit ein. Erst im Februar dieses Jahres wurde ein Brandanschlag auf den Demokratieladen in Kahla verübt.

Auch auf einem heute in Erfurt stattfindenden Vernetzungstreffen berichteten die Koordinatorinnen und Koordinatoren der Lokalen Aktionspläne von einer verstärkten Zahl persönlicher Angriffen auf ihre Arbeit. „Diese Frauen und Männer setzen sich für ein menschenfreundliches Thüringen ein. Deshalb ist es wichtig, dass sich alle politisch Verantwortlichen mit den Betroffenen solidarisch erklären und ihnen Unterstützung zukommen zu lassen“, so Klaubert weiter.

Ministerin Klaubert kündigte an, sich persönlich für konkrete finanzielle Hilfe für die Weidaer Begegnungsstätte, der vom Verein „MIG – Migrations- und Integration Gemeinschaft e.V.“ getragen wird, einzusetzen. „Ich bin den Mitgliedern des MIG-Vereins in Weida dankbar, dass sie sich nicht einschüchtern lassen.“

Dokumentation der Sommertagung online

Die diesjährige Sommertagung des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit stand ganz im Zeichen der Fortentwicklung des Programms. Neben der Präsentation der gegenwärtigen Strukturen, kamen der Chef der Staatskanzlei, Benjamin-Immanuel Hoff, die Staatssekretärin des TMBJS, Gabi Ohler sowie Oberkirchenrat Christhardt Wagner und der stellvertretende Chef des DGB Hessen-Thüringen, Sandro Witt, mit mehr als 100 Teilnehmenden ins Gespräch über die Weiterentwicklung des Landesprogramms. Die Dokumentation der Tagung steht hier zum Download bereit.