Veranstaltung

Fortbildung: „Ist Jude ein Schimpfwort?“ Sensibilisierung für Antisemitismus in der Schule

05. Mai 2021
9:00-16:00 Uhr

Antisemitismus tritt als gesamtgesellschaftliches Phänomen in diversen Sozialräumen auf. Dabei überlagern die offenen, gewaltförmigen Aggressionen gegen Jüdinnen und Juden zunehmend die subtileren Erscheinungsformen und manifestieren sich speziell in Bildungseinrichtungen besonders häufig. Antisemitismus an der Schule bekommt z.B. erst seit einigen Monaten mediale und politische Aufmerksamkeit, obwohl es seitens der Betroffenen seit Jahren beklagt wird.

In Deutschland schafft die historische Tradierung von Antisemitismus einen besonderen Kontext für die pädagogische Prävention. Jahrelang wurde Judenfeindlichkeit jedoch fast ausschließlich im Kontext von Geschichtsvermittlung behandelt. Aktueller Antisemitismus ist nach wie vor kein Lerngegenstand der pädagogischen Ausbildung. Die steigenden Fallzahlen anti-semitischer Diskriminierung und Gewalt stellen jedoch die Fachkräfte vor die Herausforderung, kompetent auf diese Entwicklungen zu reagieren.

Inhalte: Die Fortbildung …
- sensibilisiert für aktuellen Antisemitismus
- gibt einen ersten Einblick in die aktuellen Ausdrucksformen des Antisemitismus
- ist erfahrungsbasiert und interaktiv gestaltet
- ermöglicht ein intensives Arbeiten entlang eigener Fragestellungen und vorangegangener Erfahrungen
- stärkt Sie im Umgang mit antisemitischen Vorfällen
- bietet einen geschützten Raum für Selbstreflexion, kollegialen Austausch, Fallbearbeitung sowie Methodenschulung
- setzt Impulse für ein weiteres Arbeiten zum Thema Antisemitismus
- setzt ressourcenorientiert und praxisnah an und trägt dazu bei in einem gemeinsamen Prozess wirksame Handlungs- sowie Gestaltungsräume auszuloten

Seminarziele: Sie können nach dem Seminar …
- einzelne Formen und Ebenen des Antisemitismus identifizieren und klassifizieren
- zentrale Mechanismen verstehen und einordnen
- eigene Haltungen und Bezüge zum Antisemitismus reflektieren
- erste Maßnahmen der Krisenintervention einleiten (Fallanalyse, Betroffenenschutz, Disziplinarmaßnahmen, Beratung und Elterngespräche, Prävention u.ä.)
- intern über das Thema kommunizieren, externe Unterstützer(innen) wie Beratungsstellen usw. vermitteln
- ausgewählte Methoden und Strategien praktisch anwenden

Methoden: Aufstellungsmethoden, Kollegiale Fallberatung, Kleingruppenarbeit, Diskussionen, Einsatz von Medien, Vorstellung pädagogischen Materials

Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm)

https://www.schulportal-thueringen.de/catalog


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