Ehren- und Hauptamtliche in Vereinen

Fortbildungsangebote für Mitarbeitende in Vereinen und Initiativen sowie Ehrenamtliche

Nachfolgend finden Sie 15 Seminare zu den Qualifizierungsbereichen

  • Umgang mit Rechtsextremismus, Rechtspopulismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit
  • Stärkung der Demokratie und der demokratischen und menschenrechtsorientierten Alltagskultur
  • Förderung von Vielfalt und Toleranz, interkulturelle Öffnung, interkulturelles und internationales Lernen
  • Förderung von Akzeptanz vielfältiger sexueller Orientierungen, Geschlechtsidentitäten und Beziehungsformen

8-1-7 Argumentationstraining gegen diskriminierende Äußerungen

Träger: DGB-Bildungswerk Thüringen e.V.

„Das sind doch eh alles nur Wirtschaftsflüchtlinge, die sich hier ein schönes Leben machen wollen.“ Wie gehe ich mit tatsachenwidrigen Behauptungen und diskriminierenden Parolen um, wenn mein Gegenüber Argumente vielleicht gar nicht hören will? Wie entlarve ich Widersprüchlichkeiten, unlauteres Argumentieren und Befindlichkeiten, die möglicherweise hinter diesen Parolen stehen? Warum ist eine Entgegnung – auch der sympathischen Kollegin gegenüber – so wichtig und welchen „Kniff“ gibt es, damit mir die beste Erwiderung nicht erst abends beim Schlafen gehen einfällt?

In einem Argumentationstraining bieten wir für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Vereinen und ehrenamtlich tätigen Menschen eine Auseinandersetzung mit dieser Problematik an. Im Seminar erarbeiten wir anhand von Beispielsituationen aus dem konkreten Arbeitsalltag, was möglicherweise hinter diskriminierenden Äußerungen stehen kann und wie sinnvolle Entgegnungen aussehen können. Wir diskutieren, wann eindeutiger Widerspruch unumgänglich ist, wo eine inhaltliche Debatte Sinn machen kann und wann Grenzen des Argumentierens erreicht sind. Mit Informationen, Rollenspielen und Auswertungen zu Argumentations-strategien werden Sie für die Auseinandersetzung mit diskriminierenden Äußerungen gestärkt.

Seminarziele

Sie:

  • erkennen diskriminierende Äußerungen (auch als Teil Ihres Arbeitssettings und Alltags)
  • reflektieren über Bedeutung und Notwendigkeit von Entgegnungen und
    finden ein bzw. bestärken Ihr Standing
  • lernen diskriminierende Situationen zu analysieren und erkennen relevante Aspekte
    für die Strategieauswahl
  • lernen Argumentationstechniken kennen und können Reaktionsstrategien diskutieren
  • entwickeln, erproben und bewerten eigene Argumentations- und Reaktionsstrategien

Inhalte

  • Kennzeichen von diskriminierenden Äußerungen
  • Schwierigkeiten im Umgang mit diesen
  • Argumentationsstrategien und Reaktionsmöglichkeiten
  • Ausprobieren am Beispiel von Situationen aus dem eigenen Berufsalltag

Methoden

Gruppenarbeit in verschiedenen Formaten, Kurz-Input, angeleitetes Rollenspiel, moderierte Diskussion zur Reflexion und Ergebnissicherung, Feedbackmethoden

Trainerin

Melanie Pohner, DGB-Bildungswerk Thüringen e.V.

Die Trainerin ist langjährig als Bildungsreferentin in der Erwachsenenbildung tätig und leitet seit vielen Jahren Argumentationstrainings für die verschiedensten Zielgruppen.

Buchung

Keine Felder gefunden.

8-1-10: Wir übernehmen Verantwortung und gestalten lebendige Demokratie

Träger: MOBIT e.V.

Vereine leben von der demokratischen Teilhabe und Mitbestimmung ihrer Mitglieder. Damit stellen Vereine, unabhängig von ihrer Couleur, eine Form der gelebten Demokratie dar. Doch das macht sie nicht immun gegen extrem rechte Agitation. Engagierte in lokalen Initiativen und Bündnissen gegen die extreme Rechte haben auf unterschiedliche Weise Berührungspunkte mit der extremen Rechten und daher Bedarf, über Strukturen und Funktionsweisen informiert zu sein sowie ihren demokratischen Standpunkt überzeugend zu vertreten. Dabei spielen in ihrem Engagement insbesondere jeweilige lokale Ausprägungen der extrem rechten Szenen eine wichtige Rolle, denn Bündnisse und Initiativen wirken oftmals lokal und regional gegen neonazistische Aktivitäten. Insbesondere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Politikbetrieb sind generell mit extrem rechten, antidemokratischen Bestrebungen konfrontiert, denn sie prägen demokratische Diskurse vor Ort und laden Bürgerinnen und Bürger zur Mitgestaltung und Partizipation ein.

Seminarziele

Im Seminar werden Fakten und Entwicklungen aus dem Bereich der extremen Rechten vermittelt. Sie werden befähigt, in Ihrem Arbeits- und Tätigkeitsfeld mit Problemlagen des Rechtsextremismus souverän, zielgerichtet und fundiert umzugehen sowie Ihren demokratischen Standpunkt zu festigen.

Inhalte

1. Die extreme Rechte in Thüringen

  • Vermittlung eines gesamtgesellschaftlichen Blicks auf Rechtsextremismus: Definitionen des Begriffs, Vorstellung von Studien und des Thüringen-Monitors
  • Darstellung von Struktur(en), Relevanz sowie Ideologie und strategische Ausrichtung von Parteien, Organisationen und Gruppierungen der extrem rechten und neonazistischen Szene in Thüringen
  • Darstellung von neurechten und rechtspopulistischen Bewegungen und Akteurinnen und Akteuren
  • Aussagen zu extrem rechter Infrastruktur (Internetversandhandel und Immobilien der Szene) und deren Nutzung durch die extrem rechte Szene
  • Vermittlung der Bedeutung rechter Musik (RechtsRock) anhand Überblick über Thüringer Konzert- und Bandszene sowie zu RechtsRock-Open-Airs

2. Zeichensprache der extremen Rechte – Symbolik, Codes und Outfit, visuelle Identifikation von Angehörigen der extrem rechten Szene

  • Kennenlernen der inneren Logik extrem rechter Symbolik, Bildsprache und Botschaften
  • Vermittlung von Symbolen, Logos, codierten Botschaften, die Bandbreite extrem rechter Darstellungen sowie deren (Um)Deutung in diesen Kontexten
  • Chronologische Darstellung von Versatzstücken aus heidnischen, germanischen, deutsch-nationalen und nationalsozialistischen Bezugsrahmen sowie diverse Einflüsse durch Subkulturen und Moden

3. Argumentationstraining gegen rechte Parolen

  • Durchschauen lernen von verborgenen Mechanismen von „Stammtischsituationen“ und Gründe für die eigene Ohnmacht gegenüber Wort- und Argumentationskaskaden
  • Vermittlung von inhaltlichen Argumentationslinien gegen rechte und rechtspopulistische, rassistische und menschenverachtende Parolen

4. Erarbeitung von Handlungskompetenzen

  • Erarbeitung von Handlungsschritten, die zur Problemlösung beitragen können
  • Besprechung von Fallbeispielen

Methoden

Die Herangehensweise im Seminar orientiert sich am Leitbild von MOBIT e.V., dem Dreiklang „Erkennen – Deuten – Handeln“.

Trainer(in)-Team

Ziel der Arbeit von MOBIT ist die Stärkung des bürgerlichen, demokratischen Engagements in Thüringen und die konkrete Auseinandersetzung mit allen Erscheinungsformen des Rechtsextremismus. Darüber hinaus informiert MOBIT über aktuelle Entwicklungen in der rechtsextremen Szene.

Die Trainerinnen und Trainer (Sozialpädagogik, Politikwissenschaft, Pädagogik, Jugend- / Erwachsenenbildung) verfügen über umfangreiche Kenntnisse im Bereich extreme Rechte und im Bereich zivilgesellschaftlicher Prozesse sowie in der Beratungsarbeit. Sie weisen langjährige Erfahrungen in der Fortbildung auf.

Buchung

Keine Felder gefunden.

8-12-7: Grundlagenwissen Flucht und Asyl

Träger: DGB-Bildungswerk Thüringen e.V., Flüchtlingsrat Thüringen e.V., Projekt [CoRa]

In der öffentlichen Debatte zum Thema „Flucht und Asyl“ liegt der Schwerpunkt häufig auf vermeintlichen Gefahren und scheinbar unlösbaren Herausforderungen für die Gesellschaft. Zur (rechtspopulistischen) Stimmungsmache gehört es, gezielte, suggestive Fehlinformation über Geflüchtete zu verbreiten. Parallel setzen sich vielerorts viele Engagierte und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für Geflüchtete ein. Im Seminar „Grundlagenwissen Flucht und Asyl“ werden der Stimmungsmache Fakten entgegen gesetzt und Unterstützerinnen und Unterstützer gestärkt.

Seminarziele

Im Seminar erhalten Sie Argumentationshilfen für Demokratie und Weltoffenheit und werden für das Thema „Flucht und Asyl“ sensibilisiert. Somit wird ein sachliches Gegengewicht zur (rechtspopulistischen) Stimmungsmache und gezielten, suggestiven Fehlinformation gesetzt und die Handlungssicherheit der prodemokratischen Akteurinnen und Akteure gestärkt. Sie werden zudem befähigt, sich solidarisch und menschenrechtsorientiert für und mit Geflüchtete(n) einzusetzen. Ein an humanitären und an menschenrechtlichen Standards orientierter Umgang mit den Themen „Flucht und Asyl“ und der Abbau von Vorurteilen, Rassismus und Fehleinschätzungen sind dabei zentrale Ziele.

Inhalte

  • Aktuelle Zahlen und Fakten zu Flucht und Asyl
  • Aktuelle Grundlagen des Asylrechts in Deutschland
  • Ablauf von Asylverfahren in Thüringen, Rahmenbedingungen der Aufnahme von Geflüchteten
  • Aktuelle politische Situation und Menschenrechte (auch über Thüringen hinaus)
  • Austausch über die aktuellen Debatten im Themenbereich „Flucht und Asyl“
  • Möglichkeiten der ehrenamtlichen und solidarischen Unterstützung
  • Darstellung der Perspektiven von Geflüchteten
  • Bedarfsorientierte Schwerpunkte

Methoden

PowerPoint-Vortrag, interaktive Kleingruppen- und Plenumsarbeit, moderierte Austausch- und Diskussionsrunden, Selbstreflexion, Verwendung der Methodensammlung „Baustein zur nicht-rassistischen Bildungsarbeit“

Trainerinnen und Trainer

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Flüchtlingsrat Thüringen e.V.

Buchung

Keine Felder gefunden.

8-2-5: Demokratie als Experiment - Warum Zivilgesellschaft für die Demokratie so wichtig ist

Träger: Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar

„Demokratie funktioniert nicht ohne Demokratinnen und Demokraten!“, lautet eine These in Erklärungsansätzen über das Scheitern der Weimarer Republik. Wie aber kann ich Demokratin bzw. Demokrat sein und welche demokratischen Schlüsselkompetenzen sind dafür wichtig? Was heißt eigentlich Zivilgesellschaft?

Seminarziele

Ziel des Seminars ist es, sich der eigenen Einstellungen bewusst zu werden, einen inneren Werte-Kompass zu erstellen und demokratische Fähigkeiten wie Sprach-, Empathie-, Konfliktfähigkeit und Gestaltungswille zu trainieren. Die Funktions- und Wirkungsweisen von Demokratie werden des Weiteren erschlossen. Rechtliche und gesellschaftliche Grundlagen stehen weiterhin im Mittelpunkt des Seminars sowie die Auseinandersetzung mit Herausforderungen und Gefahren für den demokratischen Prozess in Ihrem Verein. Zudem werden Visionen entwickelt, um demokratische Prozesse im gesellschaftlichen Nahraum zu ermöglichen, zu reflektieren und zu verbessern.

Inhalte

  • Auseinandersetzung mit dem Begriff der „Zivilgesellschaftlichen Bildung“
  • Beschäftigung mit der Demokratie, verstanden als Prozess
  • Diskussion und Reflexion der eigenen Institution und Rolle in der Demokratie
  • Einordnung von Gefahren für die Demokratie
  • Beispiele zur Mitbestimmung und Entscheidungsfindung im Berufsalltag

Methoden

Multimediale Vorträge und Plenumsdiskussionen, Positionierungen und Aufstellungen, Erfahrungsaustausch, Kleingruppengespräche, prozessorientierte Simulationen, Rollenspiele

Trainerin

Maria Gehre, Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar (EJBW)

Die Trainerin studierte Soziologie, Erziehungswissenschaft und Psychologie an der Universität Jena und verfügt über langjährige Erfahrungen in der Erwachsenenbildung. Als zertifizierte „Pädagogische Organisationsberaterin“ ist sie erfahren bei der Prozessbegleitung in unterschiedlichen sozialen Institutionen. Sie führte zahlreiche Seminare in den Bereichen Demokratiebildung, Kommunikation und Konfliktmanagement, Sensibilisieren zu vorurteilsbewusstem Handeln und Rechtsextremismus-Prävention durch. Seit zwei Jahren ist sie Trainerin im Landesprogramm Denk Bunt und führt Fortbildungen im Bereich „Stärkung der Demokratie“, „Förderung von Vielfalt“ und „Akzeptanz von LGBTI*Q“ durch.

Buchung

Keine Felder gefunden.

8-2-12: Unter Druck und heiß umkämpft - Demokratie auf der Tagesordnung

Träger: toolpool

Vereine und Verbände rühmen sich oft, schon allein durch ihre Konstruktion demokratisch zu sein. Nirgendwo sonst kann man die demokratischen Spielregeln im Kleinen so erfolgreich einüben wie in Vereinen. Die großen Begriffe Respekt, freie Meinungsäußerung, Gewaltfreiheit, Menschenrechte, Minderheitenschutz, mit denen Demokratie gemeinhin charakterisiert werden kann, wirken da oft etwas sperrig. Trotz oder gerade wegen der vermeintlichen demokratischen Selbstverständlichkeit gibt es in Vereinen und Verbänden in Sachen Demokratie manchmal noch so manches dicke Brett zu bohren. Gleichzeitig sind Vereine wichtige Multiplikatoren für das aktive Eintreten für Demokratie.

Und das ist notwendiger denn je: Die Demokratie stand jedoch schon lange nicht mehr so auf dem Prüfstein wie aktuell. Das Erstarken des Rechtspopulismus, das Ansteigen rechter Gewalttaten und die Verzerrung von Fakten in den öffentlichen Medien sind aktuelle besorgniserregende Entwicklungen. Deshalb lädt dieser Bildungsbaustein haupt- wie ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Vereinen und Verbänden dazu ein, sich neu zu versichern und Wissen darüber aufzufrischen, wie wichtig das Erlernen und Ausüben demokratischer Handlungsweisen bzw. das sich Aneignen einer demokratischen Grundhaltung ist.

Seminarziele

Der erste Teil regt die Reflexion zu demokratischen Prinzipien sowie positiven und negativen Seiten der Demokratie an. Die „Achillesferse der Demokratie“ kommt zur Sprache, aber es werden auch die Möglichkeiten diskutiert, die die Vereine und Verbände als „Lernort für Demokratie“ bieten. Der zweite Teil wirft einen kritischen Blick auf das eigene (berufliche) Umfeld. Leitfragen zu Strukturen und Rahmenbedingungen führen zu einer vertieften Analyse Ihrer Rolle und Ihren Handlungsmöglichkeiten in Sachen Demokratie.

Inhalte

  • Bedeutung von Demokratie für das Miteinander im (beruflichen) Alltag
  • Demokratieanalyse zur Identifizierung von Entwicklungspotenzialen
  • Handlungs- und Wirkungsmöglichkeiten für Sie als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für Demokratie
  • Elemente von Menschenrechtsbildung, Demokratiepädagogik, Betzavta
  • Konzept der „informierten Bürgerin“ / des „informierten Bürgers“ für die eigene, aufgeklärte Meinungs- und Entscheidungsfindung und das demokratische Handeln

Methoden

Gruppendiskussionen, Kleingruppenarbeit, Übungen aus dem Bereich Menschrechtsbildung, Demokratiepädagogik und Betzavta, Soziometrische Übungen, Selbstreflexion, Inputs, Austausch

Trainerin

Christin Voigt, toolpool Erfurt

Die Trainerin ist Sozialpädagogin (FH) und Konfliktmanagerin (FH). Sie arbeitet seit neunzehn Jahren im Bereich der non-formalen Bildungsarbeit und verfügt über intensive Erfahrungen in der Qualifizierung von Fachkräften auf nationaler wie auch internationaler Ebene. Seit 2014 ist die Trainerin im Landesprogramm Denk Bunt aktiv und hat mehr als 50 Weiterbildungsveranstaltungen erfolgreich durchgeführt. Der Schwerpunkt ihres Wirkens sind Fortbildungen zum Thema „Inter- und transkulturelles Lernen“ und „Demokratie“. Ihre Erfahrungen, die sie in diesem Zusammenhang seit zehn Jahren als internationale Trainerin und aktuell als Projektberaterin für das EU-Programm Erasmus+ JUGEND IN AKTION gesammelt hat, bereichern das Seminar. Des Weiteren ist sie vertraut mit dem Anti-Bias- und Diversity-Ansatz sowie in der Moderation von Partizipationsprozessen. Seit 2013 ist die Trainerin mit eigener Firma toolpool selbstständig.

Buchung

Keine Felder gefunden.

8-3-1: Vielfalt ist das ganze Leben – Querschnitt der Theorie und Praxis von Diversity bis Anti-Bias

Träger: Arbeit und Leben Thüringen e.V. Erfurt

Vielfalt, Inklusion und Diversity sind Begriffe, die im Alltag immer häufiger vorkommen und als Anspruch auch an Vereine gestellt werden.

Seminarziele

Im Seminar werden Ihnen die Hintergründe und Ansprüche von „Vielfalt“, „Inklusion“ und „Diversity“ vorgestellt und was diese mit Demokratie(pädagogik) zu tun haben. Dazu setzen Sie sich mit dem Verständnis von Demokratie als Herrschafts-, Gesellschafts- und Lebensform auseinander und diskutieren die Aufgaben an eine demokratische Gesellschaft, vor allem mit Blick auf demokratische Prozesse in Vereinen. Zudem wird Diskriminierung als gesellschaftliche und vor allem berufliche Herausforderung angesprochen.

Einen wichtigen Seminarteil bilden die demokratiepädagogischen Ansätze „Anti-Bias“, „Betzavta“ und „Social Justice“, welche den Anspruch haben, diskriminierungsärmere Räume zu schaffen. Möglichkeiten für deren Umsetzung im Verein erfahren Sie im Seminar. Durch den zeitlich begrenzten Rahmen können nur Grundgedanken der einzelnen Ansätze vorgestellt werden. Die Integration in Ihren Vereinsalltag erfordert eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Ansätzen und Methoden, wozu dieses Seminar motivieren möchte.

Inhalte

  • Überblick zu den Begriffen Demokratie, Vielfalt, Diversität und Inklusion
  • Einordnung von Diskriminierung, „Wir-Die-Konstruktionen“ und Ebenen
  • Bedeutung sozialer Kategorien, Privilegien und Machtverhältnissen für Diskriminierung
  • Kennenlernen demokratiepädagogischer Ansätze: Social Justice, Anti-Bias und Betzavta
  • Vorstellung und Anwenden von Methoden zur Sensibilisierung von Vereinsmitgliedern und anderen Zielgruppen
  • Aufzeigen von Möglichkeiten zum positiven Erleben von Diversität im Alltag bzw. im Vereinsleben

Methoden

Präsentationen, Murmelgruppen, Inputs, stumme Diskussionen, Bildergalerie, Kleingruppenarbeit, Positionierungen, Mind Map

Trainer(in)-Team

Doreen Breuer, Sylvia Riemschneider und/oder Cornelius Helmert, Arbeit und Leben Thüringen e.V. Erfurt, „Netzwerk für Demokratie und Courage“

Das Netzwerk arbeitet seit 1998 mit Lehrenden, Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern sowie Schülerinnen und Schülern zusammen gegen Vorurteile und Diskriminierung. Die Trainerinnen führten bisher zahlreiche Seminare zum Thema „Demokratiepädagogik“ mit Lehrenden aller Schulformen, Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärtern sowie Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern durch.

Doreen Breuer, Projektleiterin im o.g. Netzwerk, Diplomabschluss in Erwachsenenbildung und Sozialpädagogik und Ausbildung zur Trainerin im Bildungsbereich.

Sylvia Riemschneider, Projektkoordinatorin im o.g. Netzwerk, Masterabschluss in Weiterbildung und Personalentwicklung und eine Ausbildung zur Trainerin im Bildungsbereich. An der FH Erfurt leitete sie eine Seminarreihe zur „Politischen Bildung und Gewaltprävention“.

Cornelius Helmert; Projektkoordinator im o.g. Netzwerk, Magisterabschluss in Politikwissenschaft, Soziologie und Rechtswissenschaft und ausgebildeter Trainer der politischen Jugend-und Erwachsenenbildung.

Buchung

Keine Felder gefunden.

8-3-5: Vom Umgang mit Widersprüchen. Fortbildung zur Förderung von Vielfalt, Diversität und Toleranz

Träger: Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar

Eine offene Gesellschaft lebt von ehrenamtlichem Engagement ebenso wie vom Austausch über unterschiedliche Werte und Normen. Vereine, die in ihrer Struktur auf Miteinander und Kooperation ausgelegt sind, können dazu beitragen, bestimmte Überzeugungen und Lebensweisen in der Öffentlichkeit zu repräsentieren. Teil der Vereinsarbeit sollte es daher sein, eigene Arbeitsweisen im Hinblick auf Vielfalt kritisch zu reflektieren.

Seminarziele

Zum Seminarbeginn steht der Begriff „Vielfalt“ zur Diskussion: Was steckt dahinter? Was verlangt es und was hat das mit Werten zu tun? Grundlegend ist dabei das Hinterfragen der eigenen Haltung, um die Wahrnehmung für Ungerechtigkeiten zu schärfen und „Normalität“ zu hinterfragen. Im Seminar wird zudem das Handeln in der Rolle als Mitarbeiterin und Mitarbeiter im Verein bzw. als Ehrenamtliche unter Berücksichtigung der Spezifika von Vereinsstrukturen reflektiert. Sie lernen einen professionellen Ansatz kennen, der Diversität im Arbeitsalltag produktiv berücksichtigt und eine Kultur der Anerkennung pflegt.

Inhalte

  • Chancen und Herausforderungen von Diversität
  • Auseinandersetzungen mit eigenen Werten und den Wertvorstellungen im Verein
  • Stereotype und Diskriminierungsformen erkennen
  • Möglichkeiten der (Selbst-)Reflexion
  • Bearbeiten von Fallbeispielen

Methoden

Multimediale Vorträge und Plenumsdiskussionen, Positionierungen und Aufstellungen, Erfahrungsaustausch zu Fallbeispielen, Kleingruppengespräche, Biographiearbeit

Trainerin

Maria Gehre, Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar (EJBW)

Die Trainerin studierte Soziologie, Erziehungswissenschaft und Psychologie an der Universität Jena und verfügt über langjährige Erfahrungen in der Erwach-senenbildung. Als zertifizierte „Pädagogische Organisationsberaterin“ ist sie erfahren bei der Prozessbegleitung in unterschiedlichen sozialen Institutionen. Sie führte zahlreiche Seminare in den Bereichen Demokratiebildung, Kommu-nikation und Konfliktmanagement, Sensibilisieren zu vorurteilsbewusstem Handeln und Rechtsextremismus-Prävention durch. Seit zwei Jahren ist sie Trainerin im Landesprogramm Denk Bunt und führt Fortbildungen im Bereich „Stärkung der Demokratie“, „Förderung von Vielfalt“ und „Akzeptanz von LGBTI*Q“ durch.

Buchung

Keine Felder gefunden.

8-3-8: Giraffen und Elefanten in einem Haus – Chancen und Herausforderungen des Zusammenlebens in Vielfalt

Träger: JugendSozialwerk Nordhausen e.V.

Unsere Gesellschaft wird bunter. Dies bringt eine Vielfalt an Lebensstilen und -planungen hervor, die sich auch auf das Vereinsleben auswirken. Die Mitglieder und Mitarbeitenden in Vereinen werden zunehmend mit abweichenden Normalitätsvorstellungen konfrontiert. Das wirft Fragen auf: Was ist eigentlich normal? Wer legt das fest? Wie ändern sich Normvorstellungen? Welche Auswirkungen kann das auf das Handeln haben? Um mit inneren und äußeren Widersprüchen und Fragen umgehen zu können, brauchen Haupt- und Ehrenamtliche Wissen um die Ursachen und Dimensionen von Vielfalt, interkulturelle Handlungskompetenz und einen Überbau, der Ihnen angemessenes Handeln im Umgang mit vielfältigen Menschen auch ermöglicht.

Seminarziele

Ziel des Seminars ist es, Hintergrundwissen für irritierende oder problematische Situationen zu vermitteln sowie diskriminierende Strukturen und deren Folgen aufzudecken. Zudem wird aufgezeigt, welche individuellen Haltungen und Herangehensweisen hilfreich für die erfolgreiche Arbeit mit vielfältigen Menschen sind. Vorhandene positive Praktiken und Erfahrungen werden gewürdigt und darauf aufbauend weitere Maßnahmen auf dem Weg zu inklusiven Kulturen, Leitlinien und Praxis erarbeitet. Dabei wird der Selbstreflexion besondere Bedeutung zugemessen.

Inhalte

Die konkreten Seminarinhalte werden im Vorfeld mit Ihnen anhand Ihrer konkreten Bedürfnisse abgestimmt. Hier eine mögliche Auswahl:

  • Grundbegriffe der interkulturellen Kommunikation, z.B. die Kulturgebundenheit unseres Wahrnehmens, Denkens und Handelns, der Umgang mit Fremdheit, Kulturschock, interkulturelle Kompetenz, Flucht und Asyl …
  • Die Dimensionen von Vielfalt – auch im eigenen Verein – und praktische Anregungen zu Ihrer Berücksichtigung im Vereinsalltag
  • Stereotype und Diskriminierungsformen
  • Gemeinsame Erarbeitung hilfreicher Haltungen und Handlungen in multikulturellen Settings

Methoden

Impulsreferate, Rollenspiele, Reflexionsrunden, Einzel-, Kleingruppen- und Plenumsarbeit, Fallarbeit, Filme, Fotoarbeit, Diskussionen, Übungen zur Selbsterfahrung. Sie erleben eine wissenschaftlich fundierte und praxisbezogene Fortbildung, jedoch keine, aus der Sie ohne die persönliche Auseinandersetzung mit sich selbst, mit Ihrer eigenen Prägung und mit Ihrem Arbeitsumfeld Lernerfolge erzielen werden.

Trainer(in)

Ines Gast, Franz Funkel oder Radoslaw Romanczuk, JugendSozialwerk Nordhausen e.V.

Ines Gast ist Diplom-Sprachmittlerin und anerkannte Fachkraft in sozialpädagogischen Handlungsfeldern, Trainerin für den Kompetenznachweis International und in vielfältigen Zusammenhängen erfahren in der Arbeit mit internationalen und interkulturellen Gruppen. Sie ist externe Lehrbeauftragte an der Hochschule Nordhausen in den Studiengängen Gesundheit und Soziales sowie Sozialmanagement. Seit 2015 ist sie Referentin im Landesprogramm Denk Bunt.

Franz Funkel studierte Public Management und öffentliche Betriebswirtschaftslehre. Als Projektverantwortlicher und Koordinator des Freiwilligenmanagement, insbesondere des europäischen Freiwilligendienstes im JugendSozialwerk Nordhausen e.V., konnte er vielfältige Erfahrungen im Umgang mit Menschen aus anderen Ländern und Kulturen sammeln. Zudem war der Trainer Koordinator des Nordhäuser Netzwerks zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und ist Projektmitarbeiter im Inklusionsprojekt „Bildung und Freizeit für ALLE“. Seit 2016 ist er Referent im Landesprogramm Denk Bunt.

Radoslaw Romanczuk studierte Politikwissenschaften und Soziale Arbeit und Sozialmanagement. Im Rahmen seiner Arbeit für das Dom Spotkań im Angelusa Silesiusa in Breslau sammelte er vielfältige Erfahrungen im Bereich der politischen Bildung und Diversität (Menschenrechte) mit Jugendlichen und Erwachsenen. Als Pädagoge eines Jugendfreizeitprojektes und eines Jugendgästehauses arbeitet er mit vielfältigsten Zielgruppen und konnte besonders im internationalen Bereich viele Erfahrungen sammeln. Seit 2016 ist er Referent im Landesprogramm Denk Bunt.

Buchung

Keine Felder gefunden.

8-3-9: „Gemeinsam einzigartig“ Sprachliche und kulturelle Vielfalt in Vereinen gestalten (für Haupt- und Ehrenamtliche)

Träger: Kindersprachbrücke Jena e.V.

Nicht nur die Thüringer Gesellschaft wird immer vielfältiger, sondern auch die Vereinswelt. In viele etablierte Vereine kommt frischer Wind, denn immer mehr Zugewanderte sind auch dort präsent und aktiv. Ob etabliert oder neu gegründet, ob Boxverein, Selbstorganisation von Migrantinnen und Migranten oder Freiwillige Feuerwehr. Bei der Organisation und Gestaltung der Vereinsarbeit entstehen oft ähnliche Fragen:

  • Wie können wir unseren Verein für Zugewanderte öffnen?
  • Wie viel Anpassung und wie viel Offenheit sind nötig und möglich?
  • Welche Rolle spielen die Herkunftskulturen von Zugewanderten im Vereinsleben?
  • Wie gehen wir mit Mehrsprachigkeit im Verein um?

Seminarziele

In der dialogisch gestalteten Weiterbildung werden die oben genannten Fragen diskutiert und Ihre interkulturelle Kompetenz gestärkt. Besonderer Wert wird auf das kultursensible und vorurteilsbewusste Alltagshandeln gelegt und zum Perspektivwechsel angeregt. Auf Grundlage Ihrer Beispiele aus der interkulturellen Vereinspraxis werden Möglichkeiten und Grenzen erarbeitet. Neben der individuellen Stärkung und Rollen-Reflexion wird der Blick auf die Vorteile einer Vereinskultur gelenkt, die Vielfalt wertschätzt und Toleranz lebt.

Inhalte

  • Interkulturelle Kompetenz, Toleranz und Vorurteilsbewusstsein
  • Integrationsbegriff und kulturelle Prägung
  • Reflexion eigener Handlungsroutinen und interner Vereinsstrukturen
  • Mehrsprachigkeit im Alltag und Ideen für sprachsensibles Handeln

Methoden

Das Seminar ist methodisch vielfältig aufbereitet und verknüpft grundlegende theoretische Erkenntnisse mit bewährten Ideen und Modellen aus dem eigenen, interkulturellen Vereinsleben (seit 2002). Bei Fragen zum Umgang mit Mehrsprachigkeit erhalten Sie einen Einblick in das Thema „Deutsch als Zweitsprache“ sowie Tipps für eine sprachsensible Vereinspraxis.

Trainer(in)

N.N., Kindersprachbrücke Jena e.V.

Seit vielen Jahren ist der Verein Kindersprachbücke Jena e.V. in der Bildungsarbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aktiv. In verschiedenen Arbeitsfeldern wird der Ansatz des vielfaltsbewussten Arbeitens in die Praxis umgesetzt. Diese Erfahrung lässt der Verein in die Beratungs- und Weiterbildungsangebote sein „Institut für interkulturelle pädagogische Praxis (IIP)“ einfließen.

Buchung

Keine Felder gefunden.

8-3-12: Inter- und transkulturelles Lernen - es muss kein Buch mit sieben Siegeln sein!

Träger: toolpool

Neuzugewanderte Menschen bringen die Welt nach Thüringen. Sie haben ganz neue kulturelle Erfahrungswerte im Gepäck, sie sprechen andere Sprachen, feiern andere Feste. Sie sind erst einmal fremd für uns – genauso wie wir für sie. Ihre Sicht auf unser Land, auf unsere Art zu leben, bietet auch für uns einen spannenden Blick von außen.

Seminarziele

Was macht eine interkulturelle Öffnung mit Vereinen und Verbänden und mit den ehren- wie hauptamtlichen Mitarbeitenden? Welche Fragen, neue Sichtweisen, Herausforderungen und auch Chancen hält sie für den Vereinsalltag bereit? Diese Fragen werden im Seminar zum inter- und transkulturellen Lernen thematisiert. Es geht um einen personalen Entwicklungsprozess, in dessen Verlauf sich der Umgang mit der eigenen und fremden Kultur verändert. Ziel ist es, Ihre persön-lichen Handlungsoptionen zu erweitern und Sicherheit für das eigene Wirken zu gewinnen. Erfahrungen aus Ihrem Arbeitsalltag werden im Seminar aufgegriffen und bearbeitet. Zusätzlich werden formale Kriterien für Förderprogramme vorgestellt, um für Jugendliche und junge Erwachsene internationale Jugendbegegnungen organisieren zu können.

Inhalte

  • Inter- und transkulturelle Sensibilisierung
  • Vermittlung von Basiskompetenzen im Bereich des inter- und transkulturelles Lernens
  • Bedeutung von Kulturdimensionen, Anregung zum Perspektivwechsel
  • Reflexion des eigenen Identitätsverständnisses, der Rolle und Handlungsmöglichkeiten in einer kulturell vielfältigen Gesellschaft
  • Informationen und Praxisbeispiele zu Möglichkeiten und zum Mehrwert internationaler Begegnungs- und Austauschmaßnahmen
  • Transfer in ehrenamtliche Aktivitäten und den Vereinsalltag

Methoden

Gruppendiskussionen, Kleingruppenarbeit, Interkulturelle Übungen, Soziometrische Übungen, Selbstreflexion, Inputs, Austausch

Trainerin

Christin Voigt, toolpool Erfurt

Die Trainerin ist Sozialpädagogin (FH) und Konfliktmanagerin (FH). Sie arbeitet seit neunzehn Jahren im Bereich der non-formalen Bildungsarbeit und verfügt über intensive Erfahrungen in der Qualifizierung von Fachkräften auf nationaler wie auch internationaler Ebene. Seit 2014 ist die Trainerin im Landesprogramm Denk Bunt aktiv und hat mehr als 50 Weiterbildungsveran-staltungen erfolgreich durchgeführt. Der Schwerpunkt ihres Wirkens sind Fortbildungen zum Thema „Inter- und transkulturelles Lernen“ und „Demokratie“. Ihre Erfahrungen, die sie in diesem Zusammenhang seit zehn Jahren als internationale Trainerin und aktuell als Projektberaterin für das EU-Programm Erasmus+ JUGEND IN AKTION gesammelt hat, bereichern das Seminar. Des Weiteren ist sie vertraut mit dem Anti-Bias- und Diversity-Ansatz sowie in der Moderation von Partizipations-prozessen. Seit 2013 ist die Trainerin mit eigener Firma toolpool selbstständig.

Buchung

Keine Felder gefunden.

8-4-16: Queer-Refugees welcome! Kultursensibler Umgang mit Homo- und Transfeindlichkeit im Kontext Flucht und Migration

Träger: Verein für Vielfalt in Sport und Gesellschaft e.V.

Das Engagement für Geflüchtete und Migrantinnen und Migranten bringt neben kultureller Bereicherung auch eine Konfrontation mit frauenverachtenden sowie homo- und transfeindlichen Einstellungen. Besonders für lesbische, schwule, trans-, intergeschlechtliche und queere Menschen (LSBTTIQ*) bleiben – trotz der Flucht bzw. Einwanderung in das sichere und rechtstaatliche Deutschland – Angsträume bestehen, da patriarchal-strukturierte Gemeinschaften neben kollektivem Schutz auch soziale Kontrolle über die Einhaltung traditioneller Werte und Lebensweisen ausüben.

Es fehlen Hintergrundinfos über die Situation in den jeweiligen Herkunftsländern, um mit den angstbesetzten Tabuthemen Homosexualität und Transidentität angemessen im Integrationsprozess umgehen zu können. Der Freistaat Thüringen bekennt sich neben dem Antidiskriminierungsschutz aufgrund von ethnischer und sozialer Herkunft, politischer, weltanschaulicher und religiöser Überzeugung auch zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt in Artikel 2 Absatz 3 der Verfassung: „Niemand darf wegen… seines Geschlechtes oder seiner sexuellen Orientierung bevorzugt oder benachteiligt werden.“ Diesen Grundsatz gilt es, ohne falsch verstandene Toleranz konsequent durchzusetzen.

Seminarziele

  • Sensibilisierung für das Themenfeld „Sexuelle, geschlechtliche und kulturelle Vielfalt“ in der Einwanderungsgesellschaft
  • Klärung von Begrifflichkeiten wie Geschlecht, „Sex und Gender“, Hetero-normativität, sexuelle Identität und Orientierung sowie Kenntnis über die Auswirkung der sog. „Gender-Debatte“ auf die Betroffenen
  • Aneignung kultursensibler Kommunikationsstrategien, Verständnis des patriarchalen „Ehrkonzeptes“ und der religiös-geprägten „Scham-Kultur“ und menschenrechtsorientierte Gesprächshaltung

Inhalte

  • Wie leben LSBTTIQ*-Menschen in patriarchal geprägten Kulturkreisen? Welche Ängste und Gefahren sind für die Betroffenen als „Queer-Refugees“ in Deutschland verbunden?
  • Welche Rechtsgrundlagen gibt es für Gender-Vielfalt? (Inter*Personen im Personenstandsgesetz/PStG, Geschlechtsangleichung im Transsexuellen-gesetz/TSG, Homosexuelle im Lebenspartnerschaftsgesetz/LPartG und „Ehe für alle“ …)
  • Welche Argumentation hilft gegen Diskriminierung und wie werden kultursensibel klare Grenzen gesetzt? Wie kann eingewanderten Queer-Personen geholfen werden?

Methoden

interaktive und multimediale Inputs (PowerPoint und Videos), moderierte Diskussionen, Kleingruppenarbeit an Praxisbeispielen und Fallanalysen

Trainerin

Kathrin Schuchardt, Verein für Vielfalt in Sport und Gesellschaft e.V.

Seit 2003 arbeitet die studierte Diplomlehrerin als freiberufliche Bildungs-referentin und Demokratiepädagogin für verschiedene Bildungsträger in Thüringen und anderen Bundesländern. Ihr praktischer Horizont als Sozial-arbeiterin erstreckt sich von Erfahrungen in der Stationären Jugendhilfe, Offenen Jugendarbeit/Streetwork über Konfliktmanagement/Mediation sowie Antige-walt- und Kompetenztrainings im Strafvollzug (AKT®). Als „Queer“-Aktivistin setzt sie sich seit den 1990er Jahren für die Rechte von LSBTTIQ*-Menschen ein.

 

Buchung

Keine Felder gefunden.

8-41-16: Das Vielfaltsspiel. Umgang mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in Verein und Initiative

Träger: Verein für Vielfalt in Sport und Gesellschaft e.V.

Neben kulturell-religiösen Unterschieden in unserer Gesellschaft wird sexuelle und geschlechtliche Vielfalt immer sichtbarer. In vielen Ländern, aus denen Menschen nach Deutschland geflüchtet oder migriert sind, stehen eine von der „Norm“ abweichende Gender-Identität oder ein nicht rollenkonformes Verhalten von Mann und Frau zum Teil unter drakonischer Strafe. Diese Tatsache kann in Deutschland zu konfliktreichen Situationen führen mit „Einheimischen“ als auch innerhalb der Migrationsgemeinschaften. Dann prallen vielfältige Werte, Rollen und Regeln aufeinander. Das wirkt oft als Störung, sorgt für Ängste und Verunsicherungen.

Wenn Menschen ihre Energien darauf verschwenden, lebenswichtige Merkmale der eigenen Identität und Lebensweise zu verstecken oder andere für deren Merkmale zu diskriminieren, gehen entscheidende Ressourcen verloren. Das hat Auswirkungen auf den Alltag und damit auf die Gruppenatmosphäre. Das Miteinander wird geschwächt oder gar lahm gelegt.

Das Konzept „Vielfalt“ („Diversity“ bzw. „Diversität“) sieht eine längerfristige Veränderung der Organisationskultur von Vereinen und Initiativen vor: hin zu mehr Offenheit und wertschätzendem Umgang. Diversity wird häufig mit einer Reise verglichen: Organisationen sowie einzelne Personen machen sich auf, ihr Bewusstsein für Vielfalt zu schärfen und deren Bedeutung besser zu verstehen.

Seminarziele

Das Seminar legt den Schwerpunkt auf einen offenen und reflektierten Umgang mit dem vermeintlichen „Anderssein“ im Themenfeld Homosexualität, Geschlechterrollen bis Transgender/Transidentität und dessen praktischen Nutzen für ein weltoffenes Umgangsklima. Es ermöglicht einen Blick auf das Konzept „Diversity“, sensibilisiert für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt und vermittelt Handlungsansätze, wie auftretende Probleme überwunden werden können. Sie lernen Selbstsicherheit bei der Argumentation im Arbeitsalltag und können im Hinblick auf eine nachhaltige Prozessbegleitung in ein bundesweites Netzwerk eingebunden werden.

Inhalte

  • Aktivierung und Sensibilisierung für das Themenfeld
  • „Versteckspiel“ – Ursachen, Formen und Folgen von Diskriminierung
  • „Managing Diversity“ – Konzept und Methodik
  • Handlungsansätze im Arbeitsalltag, rechtliche Grundlagen, Beratungsangebote und Vernetzungswissen

Methoden

interaktiver Input mit Videos und Diskussion, Vermittlung von praktischen Methoden und Coaching- und Denkwerkzeugen, Gruppenarbeit an Fallbeispielen

Trainer

Marcus Urban, Verein für Vielfalt in Sport und Gesellschaft e.V.

Der Trainer ist studierter Diplom-Ingenieur für Stadt- und Regionalplanung, praktizierender freiberuflicher Referent, Berater und Coach – ausgebildet und zertifiziert im Netzwerk des Verbandes für Coaching und Training (dvct) e.V. Seine Erfahrungen als homosexueller Ex-Profifußballer beim FC Rot Weiß Erfurt, mehrere Studien- und Arbeitsaufenthalte in Italien und die Betreuung von Menschen mit Behinderung in Hamburg ermöglichten ihm einen authentischen Zugang zum Thema Vielfalt. Als Fach- und Medienexperte kooperierte er auf Bundesebene mit Institutionen wie dem Deutschen Bundestag, dem DFB oder der Bundeszentrale für politische Bildung.

Buchung

Keine Felder gefunden.

8-31-17: Islam: Theologische Grundlagen und religiöse Alltagspraxis

Träger: Violence Prevention Network e.V.

Für viele Musliminnen und Muslime ist Religion ein wichtiger Bestandteil ihrer Identität, der ihnen Orientierung und Halt vermittelt. Oft haben sie jedoch das Gefühl, nicht Teil der Mehrheitsgesellschaft zu sein. Das Arbeitsfeld kann damit zum Austragungsort interreligiöser Konflikte werden. Nicht selten sind diese von gegenseitigen Vorurteilen und mangelndem Wissen um das Gegenüber geprägt.

Seminarziele

Im Seminar werden Ihnen Grundkenntnisse über Begriffe des Islam vermittelt. Ausgehend von eigenen Erfahrungen wird Ihnen mit Hilfe interaktiver Übungen Wissen vermittelt und zur Selbstreflexion angeregt.

Inhalte

  • Theologische Grundlagen des Islam und religiöse Alltagspraxis
  • Islam und sein Verhältnis zu Menschen- und Grundrechten, Gewaltfreiheit, Gleichberechtigung und Religionsfreiheit
  • Rolle der Frau im Islam
  • Islamische Strömungen und ihre kulturellen Hintergründe

Methoden

Kurzvorträge und Präsentationen als interaktive Wissensvermittlung, Übungen in Einzel- und Kleingruppenarbeit, moderierte Diskussionen mit der Gesamtgruppe, Fallanalysen und Simulationsverfahren (Rollenspiele)

Trainerinnen und Trainer

Trainerinnen und Trainer der Beratungsstelle Thüringen von Violence Prevention Network e.V.

Buchung

Keine Felder gefunden.

8-32-17: Religiös oder extremistisch? Handlungssicherheit im Umgang mit Radikalisierung

Träger: Violence Prevention Network e.V.

In Ihren Arbeitsbereichen kann es zu Situationen kommen, in denen Sie mit extremistischen bzw. fundamentalistischen Einstellungen und Verhaltensweisen konfrontiert sind. Dabei ist es meist schwierig, angemessen darauf zu reagieren.

Seminarziele

Im Seminar erhalten Sie Informationen und Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Extremismus und Fundamentalismus. Es wird ein weiter entwickeltes Verständnis der eigenen Berufsrolle angestrebt, das einen Dialog mit Menschen, die extremistische Denkmuster aufzeigen, ermöglicht. Der Schwerpunkt wird deshalb auf praxisrelevante pädagogische Denk- und Verhaltensweisen gelegt. Mit handlungsreflektierten Methoden geben wir Ihnen Orientierung und Sicherheit im Themenfeld.

Inhalte

  • Überblick über die salafistische Szene und ihre differenzierten Erkennungsmerkmale
  • Klassische Argumentationsmuster (als Rechtfertigung für Gewalthandlungen) und ihre Gegennarrative
  • Begriffsbestimmung: Religion, Traditionalismus und Fundamentalismus

Methoden

Kurzvorträge und Präsentationen als interaktive Wissensvermittlung, Übungen in Einzel- und Kleingruppenarbeit, moderierte Diskussionen mit der Gesamtgruppe, (mediale) Fallanalysen

Trainerinnen und Trainer

Trainerinnen und Trainer der Beratungsstelle Thüringen von Violence Prevention Network e.V.

Buchung

Keine Felder gefunden.

8-33-17: Muslim(innen)feindlichkeit und Islamkritik

Träger: Violence Prevention Network e.V.

Zuweilen gibt es auch in Thüringen Anflüge von Feindlichkeit gegenüber Musliminnen und Muslimen. Die Bandbreite reicht von abschätzigen, menschenverachtenden Äußerungen bis hin zur Eskalation von Gewalttaten. Die Grenzen zwischen der Islamkritik und dem Phänomen der Feindlichkeit gegenüber Musliminnen und Muslimen (Antimuslimischer Rassismus – GMF-) sind dabei oft fließend.

Seminarziele

Verhaltenssicherheit im Sinne einer Kompetenzerweiterung, Aktivierung und Professionalisierung für den Umgang mit vorurteilsmotivierten Menschen

Eigenständigkeit bei der Erarbeitung konkreter Strategien in der Auseinandersetzung mit radikalen, demokratiefeindlichen sowie islamophoben Phänomen in Thüringen

Nachhaltigkeit im Sinne einer dauerhaften Ansprechperson für den Themenbereich vor Ort

Inhalte

  • Islam und Menschen islamischen Glaubens in der Alltagswahrnehmung und in den Medien
  • Klärung und Einordnung von Begrifflichkeiten (GMF)
  • Analyse von islamkritischen und -feindlichen sowie rassistischen Positionen und ihre Gegennarrative
  • „Das Fremde und das Eigene“ – Haltung zwischen Verständnis und Grenzziehung

Methoden

Kurzvorträge und Präsentationen als interaktive Wissensvermittlung, Übungen in Einzel- und Kleingruppenarbeit, moderierte Diskussionen mit der Gesamtgruppe, Fallanalysen und Simulationsverfahren (Rollenspiele)

Trainerinnen und Trainer

Trainerinnen und Trainer der Beratungsstelle Thüringen von Violence Prevention Network e.V.

 

Buchung

Keine Felder gefunden.